AfD eröffnet Büro in Prenzlau ohne Parteiemblem: Vandalismusangst als Grund
AfD-Büro in Prenzlau ohne Logo aus Vandalismusangst

AfD-Büro in Prenzlau startet mit dezenter Optik

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Hannes Gnauck hat in der Uckermark-Stadt Prenzlau ein neues Wahlkreisbüro eröffnet. Zur Feier am 18. April versammelten sich rund 50 Gäste vor der Adresse in der Steinstraße 30, wo zuvor ein Sanitätshaus ansässig war. Der 34-jährige Politiker aus der Uckermark begrüßte die Besucher bei Sekt, Saft und Schnittchen und offenbarte, dass die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in der Kreisstadt außerordentlich langwierig gewesen sei.

Vermieter zeigten sich zurückhaltend

Immer wenn potenzielle Vermieter erfuhren, dass es um die AfD gehe, seien die Anfragen abschlägig beschieden worden, teilte Gnauck den Anwesenden mit. Als Hauptgrund nannte er die Angst vor Vandalismus, die bei vielen Eigentümern vorherrsche. Diese Befürchtung sei durchaus begründet, da die AfD im Vergleich zu anderen politischen Gruppierungen deutlich häufiger Ziel von Schmierereien, Zerstörungen und sogar Anschlägen werde.

Aus diesem Grund prangt an der neuen Geschäftsstelle kein auffälliges blau-rot-weißes Parteisymbol. Stattdessen ziert eine schlichte goldene Tafel den Eingangsbereich, auf der lediglich der Name des Abgeordneten, die Öffnungszeiten, Ansprechpartner sowie Telefonnummern vermerkt sind. Über der großen Schaufensterscheibe ist in schwarzer Schrift auf weißem Grund „Hannes Gnauck“ zu lesen, daneben deutlich sichtbar der Adler des Deutschen Bundestags.

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Zwei Mitarbeiter vor Ort

Nichtsdestotrotz äußerte der Bundestagsabgeordnete den Wunsch, dass die neue Niederlassung schnell bekannt werde und als Anlaufstelle für die Bürger etabliert sei. Zwei Mitarbeiter werden an vier Tagen pro Woche vor Ort sein, um als direkte Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Bei der Eröffnung präsentierten sich Ariane Nitze und Tony Riller bereits den Gästen und schüttelten zahlreiche Hände.

Befragt nach ihren Beweggründen für den Besuch der Eröffnungsfeier, gaben einige Besucher dem Nordkurier gegenüber an, dass der Wunsch nach Veränderung sie dazu bewogen habe. Eine junge Frau, die mit ihrem Kind erschienen war, äußerte kritisch: „Deutschland wird aktuell von den Regierenden doch mit Sicht an die Wand gefahren. Wie lange wollen wir uns das noch bieten lassen?“

Ein älteres Ehepaar ergänzte, man habe sich lange gescheut, offen zur AfD zu stehen, aus Furcht, direkt als rechts abgestempelt zu werden. „Aber was haben wir denn noch zu verlieren? Wenn einer das Ruder noch herumreißen kann, dann doch diese Partei. Oder? Den Glauben an die anderen haben wir jedenfalls verloren – und das sagen wir mit Ende 70“, so das Paar.

Finanzierung und geplante Aktivitäten

Hannes Gnauck versprach den Anwesenden, mit seinem Team auch künftig intensiv auf die Sorgen und Nöte der Bürger einzugehen. Um dieses Versprechen einzulösen, nutzte er die 5000 Euro steuerfreie Pauschale, die jedem Bundestagsabgeordneten zusätzlich zusteht, für die Anmietung des weiteren Büros mit Personal. Er verzichtete bewusst auf die Möglichkeit, sich davon eine Zweitwohnungsmiete zu gönnen.

„Das hätte ich tun können, die Verwendung wird nämlich nicht kontrolliert. Aber fragen Sie doch ruhig mal andere Abgeordnete, was sie mit diesem Geld machen“, forderte er die Gäste unter Applaus zur kritischen Nachfrage auf.

Der Uckermärker kündigte zudem an, dass in der Steinstraße ab sofort jeden Mittwoch eine öffentliche Prenzlau-Runde stattfinden soll. Spezielle Abende für die Jugendarbeit seien ebenfalls in Planung. Gnauck betonte, der Zeitpunkt der Eröffnung sei strategisch klug gewählt, insbesondere mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Er erwarte sich große Erfolge für die AfD und spekuliert sogar auf die Möglichkeit, bald den ersten Ministerpräsidenten stellen zu können.

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