Israel kündigt massive Vergeltung nach tödlichem Raketenangriff auf Haifa an
Die Spannungen zwischen Israel und dem Iran erreichen einen neuen Höhepunkt. Nach einem nächtlichen Raketenangriff auf die israelische Hafenstadt Haifa, bei dem mindestens vier Menschen ums Leben kamen, kündigt die israelische Regierung massive Vergeltungsschläge gegen iranische Infrastrukturziele an. Der Angriff erfolgte mit Streumunition, die besonders verheerende Auswirkungen auf zivile Gebiete hat.
Verteidigungsminister Katz: „Wir werden das Terror-Regime zermürben“
Israels Verteidigungsminister Israel Katz ließ am Montag durch sein Büro mitteilen, dass die israelischen Streitkräfte bereits erste Vergeltungsschläge gegen iranische Stahl-Infrastruktur und petrochemische Industrieanlagen durchgeführt hätten. „Heute und an jedem weiteren Tag wird es weitergehen“, erklärte Katz in einer deutlichen Drohung an das iranische Regime.
Der Minister machte unmissverständlich klar, dass Israel plant, die iranische nationale Infrastruktur systematisch zu zerschlagen. „Wir werden das Terror-Regime zermürben und zum Einsturz bringen – ebenso wie seine Fähigkeit, Terror voranzutreiben und auf den Staat Israel zu schießen“, so die drastische Formulierung des 70-jährigen Ministers.
Bergungsarbeiten in Haifa durch nicht detonierte Sprengköpfe erschwert
In Haifa laufen derweil die Bergungsarbeiten nach dem Raketenangriff weiter. Besonders problematisch gestalten sich die Rettungsmaßnahmen durch einen nicht detonierten Sprengkopf, der in einem der getroffenen Gebäude steckt. Die Rettungskräfte konnten bisher vier Leichen aus den Trümmern bergen, die Zahl der Verletzten ist noch unklar.
Der Iran hatte in der vergangenen Nacht erneut Raketen auf mehrere israelische Städte abgefeuert, darunter neben Haifa auch die Küstenmetropole Tel Aviv. Die Angriffe mit Streumunition stellen eine besondere Gefahr für die Zivilbevölkerung dar, da sich zahlreiche nicht explodierte Sprengsätze über weite Flächen verteilen und noch lange nach dem Angriff eine Bedrohung darstellen.
Israel und USA haben gemeinsame Angriffspläne ausgearbeitet
Wie die Jerusalem Post berichtet, haben Israel und die Vereinigten Staaten bereits umfassende Pläne für mögliche Vergeltungsschläge gegen den Iran ausgearbeitet. Demnach existiert eine detaillierte Liste strategischer Ziele, die im Falle einer weiteren Eskalation angegriffen werden sollen.
Ein israelischer Regierungsvertreter erklärte der Zeitung, dass Angriffe auf den iranischen Energiesektor und die nationale Infrastruktur zum „totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch des Irans“ führen könnten. Dies würde die Stabilität des iranischen Machtapparats erheblich schwächen und das Regime nachhaltig destabilisieren.
Trump verlängert Ultimatum an Iran erneut
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an den Iran inzwischen zum dritten Mal verlängert. Die neue Frist läuft am Dienstagabend um 20 Uhr US-Ostküstenzeit ab, was 2 Uhr in der Nacht zum Mittwoch deutscher Zeit entspricht. Trump fordert von Teheran die Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr sowie die Zustimmung zu einem neuen Abkommen.
Der US-Präsident hatte bereits länger damit gedroht, iranische Kraftwerke und Infrastruktureinrichtungen anzugreifen, sollte das Land seinen Forderungen nicht nachkommen. Nach Angaben der Jerusalem Post haben sich die Armeen Israels und der USA in der Frage möglicher Angriffe bereits abgestimmt, wobei Israel auf ein endgültiges „grünes Licht“ aus Washington wartet.
Die israelische Regierung favorisiert dem Bericht zufolge vor allem Angriffe auf den Energiesektor des Irans, da diese besonders wirksam wären, um das Regime unter Druck zu setzen. Ein Angriff auf Teherans Flughafen im März dieses Jahres hatte bereits gezeigt, dass Israel bereit ist, wichtige Infrastruktureinrichtungen ins Visier zu nehmen.



