Historiker Timothy Snyder warnt vor Staatsstreich in den USA durch Trump nach russischem Vorbild
Snyder warnt vor US-Staatsstreich durch Trump nach Putin-Vorbild

Prominenter Historiker warnt vor drohendem Staatsstreich in den Vereinigten Staaten

Der international bekannte Historiker Timothy Snyder hat einen dramatischen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet und sieht die Vereinigten Staaten auf einem gefährlichen Weg in die Diktatur. In einem ausführlichen Beitrag auf seiner Website und Social-Media-Kanälen warnt der scharfe Trump-Kritiker vor einem möglichen Staatsstreich des ehemaligen Präsidenten nach russischem Vorbild.

Konkrete Warnung vor inszeniertem Terroranschlag

In einem 17-teiligen Beitrag auf X beschreibt Snyder ein alarmierendes Szenario: Donald Trump könnte bewusst versuchen, einen iranischen Terroranschlag innerhalb der USA zu provozieren oder sogar selbst einen solchen Vorfall inszenieren. Diese sogenannte "False Flag"-Aktion würde es dem Präsidenten ermöglichen, den Fokus von einem verlorenen Auslandskrieg auf eine innenpolitische Krise zu verlagern und Militär in amerikanische Städte zu verlegen.

"Angesichts Trumps Drohungen an Ostern, neue Kriegsverbrechen in Iran zu begehen, sollten wir ein oder zwei Schritte vorausdenken an einen mit dem Krieg verbundenen Staatsstreich", schreibt Snyder in seinem Beitrag. Der Historiker betont die Dringlichkeit, diese Gefahr ernst zu nehmen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.

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Putin als historisches Vorbild für tyrannisches Verhalten

Snyder zieht direkte Parallelen zum Aufstieg Wladimir Putins, den Trump nach Aussage des Historikers bewundert. "Einen Zwischenfall in Kriegszeiten auszunutzen, um die totale Macht an sich zu reißen, ist normales tyrannisches Verhalten", erklärt der Wissenschaftler. Putin sei 1999 genau durch diese Methode an die Macht gekommen – durch einen Terroranschlag in Moskau, für den er muslimische Gruppen verantwortlich machte.

Der Historiker, dessen Werke "Über Tyrannei", "On Freedom" und "Bloodlands" seit Jahren internationale Bestseller sind, sieht strukturelle Voraussetzungen für einen Machtergreifungsversuch. In einem Instagram-Video erläutert er, warum die aktuelle Situation aus dem Iran-Krieg und den anstehenden Midterm-Wahlen in sieben Monaten Trump ideale Bedingungen bieten könnte, seine Macht dauerhaft zu sichern.

Persönliche Konsequenzen und öffentlicher Appell

Bereits nach Trumps Wiederwahl zog Snyder persönliche Konsequenzen: Er verließ mit seiner Frau, der Osteuropaforscherin Marci Shore, die Vereinigten Staaten und siedelte nach Kanada über. An der renommierten Yale-Universität ließ sich der Historiker beurlauben und übernahm eine Professur an der Munk School of Global Affairs & Public Policy der Universität Toronto.

In seinem Text skizziert Snyder neben dem Terroranschlags-Szenario vier weitere historische Methoden, eine Diktatur aufzubauen. Er warnt davor, diese Gefahr als unrealistisch abzutun: "In Trumps Welt ist dies absolut normale Politik", schreibt der Historiker auf X. Wer das Szenario ignoriere, mache es nur wahrscheinlicher.

Snyder ruft daher zur aktiven Auseinandersetzung und Vorbereitung auf, etwa durch organisierte Proteste. Seine Analyse vergleicht die gegenwärtige Situation mit der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und betont die historischen Parallelen zu autoritären Machtübernahmen.

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