AfD-Chef Chrupalla beschäftigt seit 2017 Ehefrau eines Parteikollegen
Chrupalla beschäftigt Ehefrau eines AfD-Kollegen

AfD-Vorsitzender Chrupalla beschäftigt Ehefrau eines Parteikollegen seit 2017

Der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla hat bestätigt, dass er in seinen Bürgerbüros die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Robert Kuhnert beschäftigt. Diese Verbindung besteht bereits seit dem Jahr 2017 und wurde nun durch Berichte des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) öffentlich bekannt. Chrupalla, der sich den Parteivorsitz und die Führung der AfD-Bundestagsfraktion mit Alice Weidel teilt, äußerte sich auf der Plattform X zu den Vorwürfen.

Chrupalla verteidigt die Beschäftigung als unproblematisch

In einem Post mit dem Titel „Aus aktuellem Anlass“ betonte Chrupalla, dass die Situation nicht problematisch sei. Die Mitarbeiterin koordiniere in den Bürgerbüros in Weißwasser und Niesky Bürgeranfragen sowie Besucherfahrten zum Bundestag. Er wies darauf hin, dass weder eine Verwandtschaft noch Überkreuzbeschäftigungen im Büro ihres Ehemanns bestehen. „Bei uns zu Hause sind wir uns einig, einer in der Politik ist genug“, fügte Chrupalla in Bezug auf seine eigene Familie hinzu.

Vetternwirtschaftsvorwürfe in der AfD Sachsen-Anhalt

Die Enthüllung kommt zu einem Zeitpunkt, als in Sachsen-Anhalt mehrere Fälle von Vetternwirtschaft innerhalb der AfD bekannt geworden sind. Dabei wurden Familienangehörige von AfD-Politikern bei anderen Bundestagsabgeordneten beschäftigt. Chrupalla hatte zu diesen Vorfällen zuletzt von einem „Störgefühl“ gesprochen und erklärt, dass zwar rechtskräftige Verträge vorlägen, aber dennoch ein „Geschmäckle“ bestehe.

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Hintergrund der beteiligten Personen

Roberto Kuhnert, der Ehemann der bei Chrupalla angestellten Mitarbeiterin, ist seit 2015 Mitglied der AfD und wurde 2019 in den sächsischen Landtag gewählt. Laut der Website des AfD-Kreisverbandes Görlitz teilen sich Chrupalla und Kuhnert die Bürgerbüros in Niesky und Weißwasser. Diese räumliche Nähe und die langjährige berufliche Verbindung werfen Fragen nach möglichen Interessenkonflikten auf.

Die Diskussion um Vetternwirtschaft in der AfD zeigt, wie sensibel das Thema der Beschäftigung von Angehörigen in politischen Ämtern ist. Während Chrupalla die Rechtmäßigkeit der Verträge betont, bleibt die öffentliche Wahrnehmung kritisch, insbesondere im Licht der jüngsten Vorfälle in Sachsen-Anhalt.

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