AfD-Bundesspitze unterstützt Ausschlussverfahren gegen Abgeordneten Schmidt
Die Bundesspitze der Alternative für Deutschland (AfD) setzt sich nach offiziellen Angaben für den Parteiausschluss ihres eigenen Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt ein. Ein Parteisprecher bestätigte, dass sich der AfD-Bundesvorstand einstimmig dem vom AfD-Landesvorstand Sachsen-Anhalt geführten Parteiausschlussverfahren angeschlossen hat. Als Grund wird schwer parteischädigendes Verhalten des Abgeordneten genannt, ohne dass zunächst nähere Erläuterungen dazu veröffentlicht wurden.
Konflikt mit Landesverband und Vorwürfe der Vetternwirtschaft
Jan Wenzel Schmidt, der von 2022 bis Februar 2025 das Amt des Generalsekretärs der AfD in Sachsen-Anhalt innehatte, befindet sich seit längerem in einem tiefgreifenden Konflikt mit dem Landesverband. Innerparteiliche Kreise werfen ihm vor, er habe sein Bundestagsmandat missbraucht, um privat Geschäftsbeziehungen aufzubauen, insbesondere nach China. Zudem soll er Parteimitglieder unter Druck gesetzt haben, was zu erheblichen Spannungen geführt hat.
Schmidt hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen und stattdessen selbst schwere Anschuldigungen der Vetternwirtschaft gegen seine Parteikollegen in Sachsen-Anhalt erhoben. Er kündigte an, Belege für diese Vorwürfe vorlegen zu wollen, um seine Position zu untermauern.
Medienberichte und interne Überlegungen
In jüngster Zeit wurden durch Medienberichte Fälle bekannt, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern bei anderen Abgeordneten beschäftigt wurden. In einem Interview mit dem Portal „Nius“ äußerte sich Schmidt dazu und sprach von einer „Beutegemeinschaft“ innerhalb der Partei. Er beschrieb, wie Mandate hin- und hergeschoben, Anstellungen untereinander ausgemacht und Gelder abgefasst würden, was die Vorwürfe der Vetternwirtschaft weiter anheizte.
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in der vergangenen Woche aus informierten Parteikreisen erfuhr, gibt es neben dem Parteiausschlussverfahren auch Überlegungen, Schmidt aus der AfD-Bundestagsfraktion auszuschließen. Dies würde seine politische Isolation weiter vertiefen und die internen Machtkämpfe innerhalb der Partei verdeutlichen.
Die Entwicklung zeigt, wie tief die Gräben innerhalb der AfD sind, insbesondere im Zusammenhang mit persönlichen und finanziellen Verstrickungen. Die einstimmige Unterstützung der Bundesspitze für das Ausschlussverfahren unterstreicht die Entschlossenheit, gegen als schädlich empfundenes Verhalten vorzugehen, auch wenn dies öffentliche Kontroversen auslöst.



