AfD startet Ausschlussverfahren gegen Jungpolitiker Kevin Dorow nach umstrittener Rede
AfD: Ausschlussverfahren gegen Jungpolitiker Kevin Dorow

AfD-Spitze leitet Ausschlussverfahren gegen Jungpolitiker Kevin Dorow ein

Die Führungsspitze der Alternative für Deutschland hat ein formelles Parteiausschlussverfahren gegen den schleswig-holsteinischen Nachwuchspolitiker Kevin Dorow eingeleitet. Der 27-jährige Dorow ist ein führendes Mitglied der neu gegründeten AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland. Das Verfahren wurde am Montag durch den Bundesvorstand in Berlin initiiert und von informierten Kreisen bestätigt.

Umstrittene Rede als Auslöser für das Verfahren

Auslöser für den geplanten Parteiausschluss ist eine Rede, die Dorow während der Gründungsveranstaltung der AfD-Parteijugend im November in Gießen gehalten hat. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob diese Äußerungen möglicherweise gegen Paragraf 86a des Strafgesetzbuches verstoßen. Dieser Paragraf behandelt das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen.

Aus der eigenen Jugendorganisation kommt bereits deutliche Kritik an der Entscheidung des Bundesvorstands. Jean-Pascal Hohm, der 29-jährige Vorsitzende der Generation Deutschland, äußerte gegenüber Medien: „Ich halte die Entscheidung in der Sache für falsch.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dorows umstrittene Bezugnahme auf Björn Höcke

In seiner kontroversen Rede bezog sich Kevin Dorow ausdrücklich auf den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke. Dorow zitierte Höcke mit den Worten: „Jugend muss durch Jugend geführt werden.“ Er erklärte weiter, dieses Prinzip müsse der Leitstern der neuen Jugendorganisation sein. Zusätzlich bezeichnete Dorow die Generation Deutschland als „die Speerspitze der jungen Rechten in Deutschland“.

Verteidigung des Jungpolitikers

Kevin Dorow verteidigte seine Aussagen nachträglich entschieden. Er wies darauf hin, dass der zitierte Ausspruch ursprünglich aus der Wandervogelbewegung stamme – einer Jugendbewegung, die lange vor der Zeit des Nationalsozialismus existierte und somit vor der Gründung der Hitlerjugend. Diese frühmoderne Bewegung habe sich als eigenständige und selbstverwaltete Jugendkultur verstanden.

„Wer diesen historischen Kontext ignoriert und stattdessen vorschnell Bezüge zum Nationalsozialismus konstruiert, der verfälscht bewusst die Geschichte“, argumentierte Dorow. Er sehe keinerlei Anlass, sich von dieser inhaltlich nicht verwerflichen Aussage zu distanzieren.

Weitere Verfahrensschritte

Das nun eingeleitete Ausschlussverfahren wird vom Landesschiedsgericht der AfD in Schleswig-Holstein weiterbearbeitet. Dieses Gremium ist für die rechtliche Prüfung und Entscheidung über den möglichen Parteiausschluss zuständig. Die Entwicklung zeigt deutliche Spannungen zwischen der etablierten Parteiführung und der neu formierten Jugendorganisation innerhalb der AfD.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration