Proteste gegen US-Einwanderungsbehörde ICE: Brutale Razzien und tödliche Zwischenfälle
Proteste gegen US-Einwanderungsbehörde ICE: Razzien und Todesfälle

Massive Proteste gegen US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis

Bei eisigen Temperaturen von bis zu minus 25 Grad Celsius versammelten sich in Minneapolis zu Beginn des Jahres 2026 regelmäßig Tausende Menschen auf den Straßen. Trotz der bitteren Kälte, geschützt durch dicke Daunenjacken und Mützen, hielten die Demonstranten Schilder in den Händen und forderten lautstark das Ende der Einwanderungsbehörde ICE in ihrer Stadt.

ICE unter Trump: Radikaler Kurswechsel mit verheerenden Folgen

Die US-amerikanische Einwanderungsbehörde ICE existiert seit mehr als zwei Jahrzehnten. Während sie sich früher primär auf die Festnahme schwerstkrimineller Straftäter ohne Aufenthaltsgenehmigung konzentrierte, hat sich unter Präsident Donald Trumps erneuter Amtszeit ein dramatischer Wandel vollzogen. Die Behörde zielt nun auf alle geschätzt 14 Millionen Menschen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung ab – die überwiegende Mehrheit davon friedliche Bewohner, die seit Jahren in den USA leben, Familien haben und in wichtigen Berufen wie der Landwirtschaft oder dem Baugewerbe arbeiten.

Die personelle Aufstockung ist enorm: Die Zahl der Einsatzkräfte wird von 10.000 auf 22.000 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig wurde die Grundausbildung von ehemals 13 Wochen auf nur noch sechs bis acht Wochen verkürzt. Kritiker bemängeln, dass dabei nicht mehr ausreichend auf mögliche Vorstrafen oder Drogenabhängigkeit der Bewerber geachtet wird.

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Brutale Festnahmen und tödliche Zwischenfälle

In sozialen Medien verbreiten sich immer wieder erschütternde Videos von ICE-Einsätzen. Die Aufnahmen zeigen schwer bewaffnete und vermummte Beamte, die Menschen auf offener Straße niederringen, Scheiben einschlagen, Personen aus Supermärkten zerren und sogar kleine Kinder mitnehmen. Die Festgenommenen landen in überfüllten Abschiebegefängnissen, wo sie über unzureichende Ernährung, mangelhafte medizinische Versorgung und Berichten zufolge sogar Misshandlungen durch Beamte klagen.

Allein im Januar 2026 starben mindestens sechs Menschen in diesen Haftanstalten. Bei den Einsätzen selbst kam es ebenfalls zu tödlichen Vorfällen: In Minneapolis erschoss ein ICE-Beamter eine 37-jährige Frau, und bei den darauffolgenden Protesten töteten Grenzschutzbeamte einen 37-jährigen Mann. Obwohl Videoaufnahmen belegen, dass von den Opfern keine Gefahr ausging, behauptet die Trump-Regierung weiterhin, die Schüsse seien in Notwehr erfolgt.

Politisches Kalkül und wachsender Widerstand

Für Donald Trump ist das Jahr 2026 politisch entscheidend, da im November die Zwischenwahlen anstehen. Während ein Großteil seiner Anhänger das Vorgehen der ICE befürwortet, wächst die Kritik an der Brutalität der Behörde. Die Proteste breiten sich über Minneapolis hinaus auf weitere US-Städte aus und tragen zu Trumps sinkender Beliebtheit bei.

Der Präsident geriet zusätzlich durch andere kontroverse Aktionen in die Kritik: Die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am 3. Januar verstieß gegen das Völkerrecht, und wiederholte Drohungen, das zu Dänemark gehörende Grönland zu annektieren, sorgten für internationale Empörung.

Am 12. Februar schien sich eine Wende anzubahnen: Der US-Grenzbeauftragte Tom Homan verkündete das Ende der ICE-Razzien in Minnesota mit Zustimmung des Präsidenten. Experten vermuten, dass Trump damit seine Popularität vor den wichtigen Zwischenwahlen steigern möchte. Die grundsätzliche Ausrichtung der Einwanderungspolitik bleibt jedoch unverändert kontrovers.

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