Iranische Friedensnobelpreisträgerin zu weiterer Haftstrafe verurteilt
Die iranische Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihres Anwalts erneut zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die Verurteilung erfolgte durch ein iranisches Gericht, das die Aktivistin zu insgesamt sieben Jahren Gefängnis verurteilte.
Details der Verurteilung und gesundheitliche Bedenken
Laut ihrem Anwalt Mostafa Nili wurde Mohammadi zu sechs Jahren Haft wegen des Vorwurfs der Verschwörung sowie zu einer weiteren Strafe von eineinhalb Jahren wegen propagandistischer Tätigkeit verurteilt. Zusätzlich verhängte das Gericht ein zweijähriges Ausreiseverbot und ordnete ihre Verbannung in die iranische Kleinstadt Chosf an.
Nili äußerte sich besorgt über den Gesundheitszustand seiner Mandantin. Vor drei Tagen musste Mohammadi aufgrund ihres schlechten körperlichen Zustands in eine Klinik gebracht werden, bevor sie erneut in Gewahrsam genommen wurde. Der Anwalt hofft, dass sie angesichts ihrer gesundheitlichen Probleme gegen Kaution freigelassen wird.
Hintergrund der Festnahme und bisherige Verurteilungen
Mohammadi wurde Anfang Dezember 2025 in der nordöstlichen Millionenstadt Maschhad festgenommen, wo sie an einer Trauerversammlung teilnahm. Die Festnahme erfolgte etwa zwei Wochen vor dem Ausbruch der jüngsten Protestwelle im Iran. Zuvor hatte sich die Aktivistin etwa ein Jahr im Hafturlaub befunden.
Gegen Narges Mohammadi liegen bereits mehrere mehrjährige Hafturteile vor. Im Jahr 2023 wurde sie vom norwegischen Nobelkomitee mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, was ihre internationale Anerkennung als Menschenrechtsverteidigerin unterstreicht. Die iranische Justiz hat bislang keine offizielle Mitteilung zu dem jüngsten Urteil veröffentlicht.
Die erneute Verurteilung der Friedensnobelpreisträgerin wirft erneut ein Schlaglicht auf die Menschenrechtssituation im Iran und die Behandlung regimekritischer Stimmen. Internationale Beobachter verfolgen den Fall mit großer Sorge, insbesondere im Hinblick auf Mohammadis Gesundheitszustand und die langen Haftstrafen, die ihr auferlegt wurden.



