Nobelpreiskomitee in ernster Sorge um iranische Friedensnobelpreisträgerin
Das norwegische Nobelpreiskomitee hat alarmierende Berichte über die brutale Misshandlung der inhaftierten iranischen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi (53) bestätigt. Die engagierte Frauenrechtlerin und Menschenrechtsaktivistin befindet sich in einem kritischen Gesundheitszustand, nachdem sie im Gefängnis schweren körperlichen Übergriffen ausgesetzt war.
Grausame Details der Misshandlungen
Laut glaubwürdigen Berichten, die dem Nobelpreiskomitee aus zuverlässigen Quellen im Iran vorliegen, wurde Mohammadi am 12. Dezember während einer Gedenkfeier für den verstorbenen Menschenrechtsanwalt Khosrow Alikordi von Zivilbeamten festgenommen. Die Sicherheitskräfte sollen die Aktivistin mit Holzstöcken und Schlagstöcken attackiert und sie an den Haaren über den Boden geschleift haben.
„Dabei wurden Teile ihrer Kopfhaut aufgerissen und offene Wunden verursacht“, teilt das Komitee auf seiner offiziellen Homepage mit. Zudem sei Mohammadi wiederholt in den Beckenbereich getreten worden, was zu schweren inneren Verletzungen geführt haben soll.
Unmenschliche Haftbedingungen
Trotz ihres kritischen Zustands wurde die Nobelpreisträgerin über längere Zeit in Einzelhaft gehalten. Sie befand sich in einer fensterlosen Zelle mit ständigem Kunstlicht, kaltem Boden und einer unzureichenden Matratze. Auf den Gefängnisfluren seien regelmäßig Schreie junger Frauen zu hören gewesen, und im Hof habe ein Galgen gestanden, der die Insassinnen einschüchtern sollte.
Mohammadi wurde zwischen verschiedenen Haftanstalten transportiert, was ihre gesundheitliche Situation weiter verschlechterte. Neben den äußeren Verletzungen leidet sie an akuten Herzproblemen und Bluthochdruck, für die sie keine angemessene medizinische Versorgung erhält.
Offizielle Stellungnahme des Nobelpreiskomitees
Jørgen Watne Frydnes (42), Vorsitzender des norwegischen Nobelpreiskomitees, äußerte sich besorgt gegenüber dem Fernsehsender CNN: „Wir befürchten sehr, dass sie nicht mehr lange leben wird.“ Er verurteilte die Misshandlungen als „grausame, unmenschliche und erniedrigende Bestrafung“ und einen „eklatanten Verstoß gegen internationales Menschenrechtsrecht“.
Das Komitee fordert die iranischen Behörden dringend auf, „Narges Mohammadi unverzüglich und bedingungslos freizulassen und ihr den Zugang zu unabhängiger, professioneller medizinischer Versorgung zu gewährleisten“. Ihr Leidensweg stelle ein weiteres erschreckendes Beispiel für die brutale Repression dar, die auf die Massenproteste im Iran folgte.
Jahrzehntelanger Einsatz für Menschenrechte
Narges Mohammadi setzt sich seit mehr als 25 Jahren unermüdlich für Menschenrechte und insbesondere Frauenrechte im Iran ein. In dieser Zeit stand sie immer wieder vor Gericht und verbrachte mehrere Jahre in Haft. 2023 wurde sie für ihren mutigen Einsatz mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Den Preis konnte sie aufgrund ihrer Inhaftierung nicht persönlich entgegennehmen. Stattdessen nahmen ihre beiden Kinder die Auszeichnung stellvertretend für sie in Empfang. Die jüngste Verurteilung zu mehr als sieben Jahren Haft und die nun bekannt gewordenen Misshandlungen unterstreichen die prekäre Situation der Menschenrechtsaktivistin.



