Iran vollstreckt zwei weitere Todesurteile nach Januar-Protesten
Das Regime im Iran hat erneut zwei Männer im Zusammenhang mit den Massenprotesten zu Beginn des Jahres hingerichtet. Der Oberste Gerichtshof des Landes bestätigte die Urteile gegen die beiden Angeklagten, wie der Informationsdienst des iranischen Justizwesens, Mizan, mitteilte. Den Männern wurde vorgeworfen, während der Proteste im Januar versucht zu haben, eine Militäreinrichtung zu stürmen und sich Zugang zu einem Waffenlager zu verschaffen.
Amnesty International kritisiert unfaire Verfahren
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtet von grob unfairen Prozessen und erzwungenen Geständnissen. Laut Amnesty gehörten die beiden Hingerichteten zu einer vierköpfigen Gruppe, die im selben Fall zum Tode verurteilt worden war. Die Organisation gab an, dass die Gruppe in Haft Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt war, bevor sie in Verfahren verurteilt wurden, die auf erzwungenen Geständnissen basierten.
Hintergrund der Proteste und weitere Hinrichtungen
Die landesweiten Proteste im Iran, die sich gegen die Regierung richteten, wurden von der Islamischen Republik brutal niedergeschlagen. Dabei kamen Tausende Demonstranten ums Leben. Bereits in der vergangenen Woche richtete Iran einen 18-Jährigen hin, der in Zusammenhang mit diesen Protesten stand. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres mindestens 160 Todesurteile im Iran vollstreckt worden.
Verschärfung der Todesstrafen-Politik
Die iranische Justiz kündigte am Dienstag an, die Todesstrafe künftig für mehr Delikte als bisher ohne Gnade und Nachsicht zu vollstrecken. Neben Spionage für die USA, Israel oder andere feindliche Staaten sollen künftig auch Terrorhandlungen, die Zerstörung staatlicher Einrichtungen sowie Taten, die Angst und Schrecken in der Bevölkerung auslösen, mit der Todesstrafe geahndet werden. Diese Ankündigung unterstreicht die harte Linie des Regimes gegenüber jeglicher Form des Widerstands.



