Eine aktuelle Studie belegt, dass Gewalt an Berliner Schulen längst zum Alltag gehört. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) stellte am Montag das „Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer“ vor. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg von körperlichen Übergriffen, Mobbing und Bedrohungen im Schulalltag. Als Konsequenz fordern Schulleiter und Politiker nun schärfere Regeln: Störer sollen künftig schneller aus dem Unterricht entfernt werden können.
Studie belegt drastische Zunahme von Gewaltvorfällen
Laut der Studie, die auf Daten der Jahre 2024 und 2025 basiert, hat die Zahl gemeldeter Gewaltvorfälle an Berliner Schulen um rund 30 Prozent zugenommen. Besonders betroffen sind Brennpunktschulen in sozial schwachen Bezirken. „Die Zahlen sind alarmierend. Wir müssen jetzt handeln, um die Sicherheit von Schülern und Lehrkräften zu gewährleisten“, sagte Günther-Wünsch bei der Präsentation. Die Senatorin kündigte an, dass die Verwaltung noch im Sommer konkrete Maßnahmen vorlegen werde.
Politik plant schnellere Entfernung von Störern
Ein zentraler Punkt der geplanten Reform ist die Möglichkeit, Schüler, die den Unterricht massiv stören oder gewalttätig werden, rascher aus der Klasse zu entfernen. Bisher sind dafür oft langwierige Verfahren nötig. „Wir brauchen klare Regeln und schnelle Konsequenzen“, betonte Günther-Wünsch. Die Schulleitungen sollen künftig eigenständiger entscheiden können, ob ein Schüler vorübergehend vom Unterricht ausgeschlossen wird. Parallel dazu werden Anti-Gewalt-Trainings und Sozialkompetenzkurse ausgeweitet.
Schulleiter fordern mehr Personal und Ressourcen
Die Schulleiter in Berlin begrüßen die Pläne, fordern aber zusätzliche Unterstützung. „Allein mit disziplinarischen Maßnahmen ist es nicht getan. Wir brauchen mehr Schulsozialarbeiter, Psychologen und pädagogisches Personal, um die Probleme an der Wurzel zu packen“, erklärte der Vorsitzende des Berliner Schulleiterverbands, Andreas B. Die Gewaltprävention müsse gestärkt werden, sowohl durch bauliche Maßnahmen wie verschließbare Klassenzimmer als auch durch mehr Konfliktlotsen an den Schulen.
Maßnahmenpaket soll noch im Sommer kommen
Die Bildungssenatorin kündigte an, dass das Maßnahmenpaket noch vor der Sommerpause im Abgeordnetenhaus beraten werden soll. Dazu gehören neben der schnelleren Entfernung von Störern auch ein verstärkter Einsatz von Sicherheitspersonal an besonders gefährdeten Schulen sowie eine bessere Vernetzung mit Jugendämtern und Polizei. „Wir wollen ein klares Signal senden: Gewalt hat an unseren Schulen keinen Platz“, so Günther-Wünsch abschließend. Die Opposition kritisiert die Pläne als zu kurz gegriffen und fordert langfristige Investitionen in die Schulsozialarbeit.



