Stadtrat wählt Stadtring 4.0 als neuen Träger für Bundesprogramm
In einer namentlichen Abstimmung hat der Stadtrat von Bitterfeld-Wolfen am Mittwochabend entschieden, dass der Verein Stadtring 4.0 künftig die externe Fach- und Beratungsstelle des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ übernimmt. Die Wahl fiel nach einer intensiven und kontroversen Debatte mit deutlicher Mehrheit aus.
Abstimmungsergebnis und politische Reaktionen
Das Votum ergab 22 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Als zweiter Bewerber war der AWO-Kreisverband Bitterfeld im Rennen, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Die Entscheidung markiert einen bedeutenden Wechsel in der Trägerschaft des wichtigen Demokratieförderprogramms.
Die AfD und Pro Bitterfeld-Wolfen unterstützten die Wahl von Stadtring 4.0 aktiv und übernehmen nun gemeinsam die Verantwortung für die Umsetzung von „Demokratie leben!“. Dies führt zu einer ungewöhnlichen Konstellation, da bisherige Kritiker des Programms nun selbst die operative Leitung innehaben.
Kritik und Vorwürfe der CDU
Die CDU-Fraktion äußerte scharfe Kritik an dem Vorgang und warf den beteiligten Parteien Vetternwirtschaft vor. Laut CDU-Vertretern seien die Vergabekriterien nicht transparent genug gewesen und die Entscheidung zugunsten von Stadtring 4.0 sei politisch motiviert.
Die Kontroverse um die Trägerschaft spiegelt tiefere politische Spannungen in der Kommune wider. Während Befürworter die Wahl als notwendigen Neuanfang für eine effektivere Demokratieförderung sehen, befürchten Kritiker eine Instrumentalisierung des Bundesprogramms für parteipolitische Interessen.
Hintergründe und zukünftige Herausforderungen
Der Verein Stadtring 4.0 ist in Bitterfeld-Wolfen bereits seit mehreren Jahren in der kommunalen Bildungs- und Integrationsarbeit aktiv. Die Übernahme von „Demokratie leben!“ stellt jedoch eine erhebliche Aufgabenerweiterung dar, die mit erhöhter öffentlicher Aufmerksamkeit und Rechenschaftspflicht verbunden ist.
Die externe Fach- und Beratungsstelle hat die Aufgabe, lokale Projekte zur Extremismusprävention, Demokratiebildung und Vielfaltförderung zu koordinieren und fachlich zu begleiten. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Ziele wird nun unter der neuen Trägerschaft mit besonderer Spannung verfolgt werden.
Oberbürgermeister Armin Schenk betonte nach der Abstimmung, dass die Entscheidung demokratisch legitim sei und alle Beteiligten nun konstruktiv zusammenarbeiten müssten. Die kommenden Monate werden zeigen, wie Stadtring 4.0 die Herausforderungen meistert und ob die Kritik der CDU berechtigt war.



