Neustrelitzer Marktbäume: Drei Jahre Diskussion ohne Lösung - Baumsterben geht weiter
Neustrelitz: Marktbäume sterben weiter - Keine Lösung nach 3 Jahren

Marktbäume in Neustrelitz: Drei Jahre Diskussion ohne Ergebnis

Das Drama um die kranken Bäume auf dem Neustrelitzer Marktrondell findet auch nach drei Jahren intensiver Diskussionen kein Ende. Trotz zahlreicher Beratungen in den städtischen Gremien konnte die Stadtvertretung keine tragfähige Lösung für das anhaltende Baumsterben finden. Die Situation bleibt unverändert kritisch, während die Eschen auf dem historischen Marktplatz weiterhin vor sich hin kümmern.

Vier Sanierungsvarianten scheitern an Finanzierungsfragen

Ein Berliner Planungsbüro hatte im Auftrag der Stadtverwaltung vier verschiedene Sanierungsvarianten erarbeitet, die im April 2025 dem Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt wurden. Die teuerste Variante sah eine komplette Sanierung nach dem Schwammstadtprinzip für 1,04 Millionen Euro vor. Weitere Optionen umfassten die Erweiterung der Baumscheiben mit klimaangepassten Bäumen für 450.000 Euro, eine Reduzierung auf 22 Baumscheiben für 541.000 Euro sowie die kostengünstigste Variante mit Baumscheibenerweiterungen für 262.000 Euro.

Die entscheidende Frage aller Fraktionen lautete: Woher soll das Geld für diese Maßnahmen kommen? Ohne klare Finanzierungsaussichten konnte sich die Stadtvertretung auf keine der vorgeschlagenen Lösungen einigen. Die Verwaltung wurde beauftragt, Fördermöglichkeiten zu prüfen, doch auch dies führte nicht zum Durchbruch.

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Förderprogramm setzt Baumerhalt voraus

Die Stadtverwaltung favorisierte schließlich Variante zwei a, die durch vergrößerte Baumscheiben den Erhalt der vorhandenen Bäume vorsah und Eigenmittel von 169.000 Euro erforderte. Hintergrund dieser Präferenz war das Förderprogramm "Natürlicher Klimaschutz in Kommunen", das nur bei Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen für bestehende Bäume greift. Alternative Varianten mit Kosten zwischen 170.000 und über einer Million Euro standen ebenfalls zur Diskussion.

Die kostengünstigste Option - Variante fünf - sah lediglich Ersatzpflanzungen für abgängige Bäume vor. Für die Pflanzung von aktuell acht Bäumen wären 26.000 Euro fällig, zuzüglich 3.200 Euro für jeden weiteren Baum. Doch auch für diesen Minimalansatz fand sich keine Mehrheit in der Stadtvertretung.

Skepsis und Stillstand nach drei Jahren

Letztlich setzten sich jene Stimmen durch, die bezweifeln, dass Baumscheibenerweiterungen tatsächlich einen positiven Effekt auf die Baumgesundheit haben. Nach drei Jahren intensiver Diskussionen steht Neustrelitz damit wieder am Ausgangspunkt: Das Baumsterben auf dem Marktplatz geht unvermindert weiter.

Die Kosten für die gesamte Planungsphase belaufen sich bereits auf rund 21.600 Euro für die Variantenplanung sowie zusätzliche 2.000 Euro für Gutachten, die nach sichtbar gewordenen Baumschäden im Jahr 2010 erstellt wurden.

Aktuelle Maßnahmen und Perspektiven

Laut Auskunft aus dem Rathaus werden die acht bereits gefällten Eschen in diesem Herbst durch neue Bäume ersetzt. Eventuell müssen zwei weitere kranke Exemplare gefällt und ersetzt werden. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung kommen erneut Wassersäcke zum Einsatz - eine temporäre Lösung für ein strukturelles Problem.

Die Neustrelitzer Stadtvertretung hat damit nach dreijähriger Diskussion faktisch den Beschluss gefasst, alles beim Alten zu belassen. Für die Stadtfinanzen mag dies eine vertretbare Entscheidung sein, für die Bäume auf dem Marktplatz bedeutet es jedoch die Fortsetzung ihres seit zwei Jahrzehnten andauernden Leidensweges. Die charakteristischen Eschen werden weiterhin nur spärliche Kronen ausbilden und keinen schönen Anblick bieten.

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