Kufiya-Aktivisten umgehen Demonstrationsverbot in Buchenwald
Die umstrittene Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ hat nach eigenen Angaben bereits am Samstag eine Mahnwache auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte bei Weimar durchgeführt. Dies geschah, obwohl das Verwaltungsgericht Weimar die geplante Kundgebung für den Gedenktag untersagt hatte. Die Gruppe fand somit einen anderen Weg, um ihre Botschaft zu verbreiten.
Video zeigt Aktivisten mit provokativen Botschaften
Auf einem Video der linksradikalen propalästinensischen Gruppe sind mehrere Personen zu sehen, die T-Shirts mit der Aufschrift „From Buchenwald to Gaza - From Resistance to Liberation“ tragen. Ein Sprecher der Gedenkstättenstiftung äußerte sich kritisch zu dieser Aktion: „Sie haben genau das getan, weswegen ihnen untersagt wurde, aufs Gelände zu kommen – nämlich Buchenwald mit Gaza verglichen.“ An diesem Wochenende wird traditionell der Befreiung des Konzentrationslagers vor 81 Jahren gedacht, was die Situation zusätzlich emotional auflädt.
Polizei hat noch keine offiziellen Erkenntnisse
Laut einer Polizeisprecherin liegen der Behörde zu dem Vorfall bisher keine konkreten Informationen vor. Allerdings wurde am Samstag beobachtet, dass jemand auf dem Parkplatz der Gedenkstätte kurz ein Palästinensertuch, eine sogenannte Kufiya, in die Luft hielt. Dies deutet auf eine gezielte Provokation hin, die im Kontext der Gedenkfeierlichkeiten besonders sensibel ist.
Geplante Kundgebung am Theaterplatz fiel aus
Ursprünglich hatte die Gruppe „Kufiyas in Buchenwald“ für den Gedenktag einen Protest vor der Gedenkstätte angekündigt, was heftige Kritik auslöste. Das Verwaltungsgericht Weimar untersagte diese Kundgebung und wies stattdessen den Theaterplatz in Weimar als Alternativort zu. Doch am Sonntag war dort niemand vor Ort, wie ein dpa-Reporter feststellte. Auf der Instagram-Seite der Gruppe hieß es: „Es findet heute keine Mahnwache von unserer Kampagne statt, weder am Theaterplatz in Weimar noch anderswo.“
Die Aktionen der Aktivisten werfen Fragen zum Umgang mit Gedenkstätten und politischen Demonstrationen auf. Während einige die Meinungsfreiheit betonen, sehen andere darin eine Respektlosigkeit gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus. Die Gedenkstättenstiftung betont, dass Vergleiche zwischen historischen Ereignissen wie dem Holocaust und aktuellen Konflikten problematisch sind und die Würde der Gedenkstätte beeinträchtigen können.



