Gemeindearbeiter absolviert Landrats-Praktikum: Einblicke in den Verwaltungsalltag
Gemeindearbeiter im Landrats-Praktikum: Einblicke in Verwaltung

Vom Gemeindearbeiter zum Landrat auf Zeit: Ein ungewöhnliches Praktikum

Ronny Mathes-Langut, Gemeindearbeiter in der Gemeinde Spornitz, wollte es genau wissen. Beim Jahresempfang seiner Heimatgemeinde kam er mit Stefan Sternberg, dem Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, ins Gespräch und stellte eine einfache, aber bedeutsame Frage: Was macht ein Landrat eigentlich den ganzen Tag? Diese Neugierde führte zu einer ungewöhnlichen Einladung – einem zweitägigen Praktikum im Landratsamt.

Zwei intensive Tage im Zeichen der Kreisverwaltung

Insgesamt zwei volle Tage begleitete Mathes-Langut den Verwaltungschef bei dessen umfangreichem Terminkalender. Das Programm war vielfältig und anspruchsvoll: Es reichte von internen Dienstberatungen über Besuche bei verschiedenen Unternehmen in Ludwigslust bis hin zu einer wichtigen Beratung mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. „Ich habe mir schon gedacht, dass man bei so einem großen Gebiet wie unserem Landkreis viel und lange unterwegs ist, aber von morgens um 8 bis 21 Uhr ist schon ein echt beeindruckendes Pensum“, berichtet der Praktikant nach den intensiven Erfahrungstagen.

Dennoch überwog bei Mathes-Langut die Begeisterung. Er konnte nicht nur viele verschiedene Orte im Landkreis kennenlernen, sondern erhielt auch einen umfassenden Überblick darüber, wie zahlreiche Themenstränge in der Kreisverwaltung zusammenlaufen. „In meinem Job kümmere ich mich um die Liegenschaften unserer Gemeinde, und das ist auch schon viel, was da zu beachten ist, aber die Kreisverwaltung macht ja alles von Gesundheitsfragen über Jugendschutz bis zum Baurecht und der Kommunalaufsicht“, erklärt der Gemeindearbeiter, der für zwei Tage in die Rolle des Landrates schlüpfte.

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Die Komplexität der Verwaltungsentscheidungen

Durch das Praktikum wurde Mathes-Langut besonders bewusst, wie häufig der Verwaltungschef auf unvorhergesehene Situationen in verschiedenen Fachbereichen reagieren und zeitnah Entscheidungen treffen muss. Diese Aufgabe erfordert ein umfangreiches Wissen über aktuelle Themen und Entwicklungen. „Ich weiß nicht, ob ich mir das alles merken könnte“, gesteht der Spornitzer mit Respekt vor den Anforderungen des Amtes.

Sein Fazit nach den beiden Tagen fällt positiv aus: „Nach meiner Ansicht wird im Ludwigslust-Parchim vieles richtig gemacht, und die Menschen, mit denen ich in den vergangenen Tagen geredet habe, sind froh, in der Region zu leben.“ Als gebürtiger Spornitzer, der in der Gemeinde aufgewachsen ist, freut ihn diese Übereinstimmung in der Wahrnehmung besonders.

Landrat schätzt den Blick von außen

Auch Landrat Stefan Sternberg zog ein positives Resümee der ungewöhnlichen Zusammenarbeit. „Manches läuft hier ja so automatisch, dass es immer wieder interessant ist, wenn jemand von außen auf die Abläufe schaut und man sie erklären muss, davon profitieren wir selbst ja auch“, betont der Verwaltungschef. Die Erfahrung mit seinem Praktikanten hat ihn sogar zu einem Gedankenspiel inspiriert: Sternberg kann sich gut vorstellen, seinerseits ein Praktikum bei Ronny Mathes-Langut zu absolvieren.

Diese Offenheit für Perspektivwechsel ist für den Landrat kein neues Konzept. „Ich habe mal ein Jahr für unseren Social-Media-Auftritt die Aktion ‚In Deinen Schuhen‘ gemacht und damals bei der Straßenmeisterei, einem Bäcker und in einer Schule mitgearbeitet, das war spannend und hat viel Spaß gemacht“, erinnert sich Sternberg. Sein Credo lautet: „Ich halte insgesamt viel davon, miteinander zu reden und sich ein eigenes Bild von den Dingen zu machen, bevor man sich eine Meinung bildet.“

Das zweitägige Praktikum hat somit nicht nur dem Gemeindearbeiter tiefe Einblicke in die Verwaltungsarbeit ermöglicht, sondern auch dem Landrat wertvolle Impulse für seine eigene Arbeit gegeben – ein gelungenes Beispiel für gegenseitiges Verständnis und Wissenstransfer zwischen verschiedenen Ebenen der öffentlichen Verwaltung.

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