Feuerwehr Golm erhält lang ersehnten Neubau-Zuschuss
Die Freiwillige Feuerwehr Golm in der Gemeinde Groß Miltzow bei Neustrelitz kann aufatmen: Nach jahrelangen Planungen und Improvisationen in einem über sieben Jahrzehnte alten Feuerwehrgerätehaus hat das Land Mecklenburg-Vorpommern nun eine Förderung in Höhe von 720.000 Euro für einen dringend benötigten Neubau zugesagt. Landesminister Christian Pegel (SPD) überbrachte diese frohe Botschaft persönlich bei einem Besuch vor Ort.
Marodes Altbauhaus zwingt zu gefährlichen Improvisationen
Das aktuelle Feuerwehrhaus in Golm stammt noch aus den 1950er Jahren und ist in einem desolaten Zustand. „Es hat keine Heizung, zu wenig Umkleiden und keine Sanitäranlagen“, berichtete Ortswehrführer Mathias Weitz dem Minister. Die beengten Verhältnisse zwingen die Kameraden zu riskanten Maßnahmen: Mehrmals musste der Boden abgetragen werden, damit das Feuerwehrfahrzeug überhaupt in die Garage passt.
Beim Ausrücken zu Einsätzen wird die Situation besonders kritisch. Das Leiterfahrzeug muss mit Millimeterarbeit aus der engen Garage manövriert werden, wobei der Abstand zur Decke so minimal ist, dass es fast anschlägt. Diese Verzögerungen können im Ernstfall lebensgefährlich sein, da die Feuerwehr eigentlich schnell ausrücken können muss.
Zeitdruck: Baugenehmigung und Eigenanteil bis August
Die Freude über die Förderzusage ist groß, doch sie ist an strikte Fristen geknüpft. Die Gemeinde Groß Miltzow muss bis zum 31. August 2026 nicht nur die Baugenehmigung einholen, sondern auch den erheblichen Eigenanteil für das Gesamtprojekt von etwa 1,1 Millionen Euro bereitstellen. Der Bauantrag muss bereits im Juli gestellt werden, da die Bearbeitungsdauer sechs bis acht Wochen beträgt.
Bürgermeisterin Elvira Janke und Stellvertreter Sebastian Busse zeigen sich zuversichtlich: „Wir sind sofort beschlussfähig“, betont Busse. Das finanzielle Polster sei im Gemeindehaushalt bereits eingeplant. Vor Baubeginn muss das alte Feuerwehrhaus abgerissen werden, und die Sirene wird in Eigeninitiative der Kameraden versetzt.
Serienbau soll Kosten minimieren
Das neue Feuerwehrgerätehaus wird als Serienproduktion gefertigt, um die Kosten zu minimieren. Es verfügt über zwei Tore und zwei Stellplätze und ist Teil eines landesweiten Programms, bei dem alle vier Wochen ein neues Haus entstehen soll. Von diesem Baumarathon profitieren mehrere kleine Feuerwehren in der Region, darunter auch die Altstrelitzer Feuerwehr.
Das Land hat einen erfahrenen Planer aus Vorpommern-Rügen engagiert, der bundesweit standardisierte Feuerwehrhäuser baut. Insgesamt sollen 58 neue Häuser im Akkord entstehen, finanziert aus einem neuen 50-Millionen-Euro-Sondervermögen des Landes. Für die Golmer Feuerwehr könnte damit nach 15-jähriger Planungsphase endlich der Traum vom modernen Gerätehaus Realität werden.



