Feuerwehrbilanz im Amt Neuhaus zeigt gemischte Entwicklung
Die Gemeindefeuerwehr Amt Neuhaus hat ihre umfassende Einsatzbilanz für das Jahr 2025 vorgelegt und dabei sowohl positive Entwicklungen als auch besorgniserregende Tendenzen offengelegt. Bei der jüngsten Versammlung berichtete Gemeindebrandmeister Dirk Baumann zum letzten Mal in seiner offiziellen Funktion über das vergangene Einsatzjahr, bevor er sein Amt zur Verfügung stellt.
153 Einsätze mit deutlicher Verschiebung zu Hilfeleistungen
Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr im vergangenen Jahr 153 Einsätze, die sich auf 74 Brandeinsätze, 74 Hilfeleistungseinsätze und fünf Dienstleistungen verteilten. Diese Zahlen verdeutlichen eine spürbare Verschiebung hin zu technischen Hilfeleistungen, bei denen die Einsatzkräfte besonders gefordert sind. Elf Ortsfeuerwehren mit ihrer Grundausstattung sowie die Stützpunktfeuerwehr Neuhaus/Elbe waren in diese Einsätze eingebunden.
Die Feuerwehrführung betont, dass die Kräfte zunehmend bei Verkehrsunfällen oder zur Unterstützung des Rettungsdienstes benötigt werden. In diesem Zusammenhang informierte Sabrina Weinmann vom DRK-Kreisverband Lüneburg über die wichtige Initiative „Mobile Retter“. Nach entsprechender Qualifikation können hierbei geschulte Helfende bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes bei lebensbedrohlichen Reanimationen tätig werden.
Psychosoziale Betreuung und technische Modernisierung
Für die Betreuung der Einsatzkräfte nach besonders belastenden Lagen wurde im Landkreis die spezielle PSNV-E-Einheit eingerichtet, wie Kreisbrandmeister Mathias Lanius berichtete. Diese Einheit für psychosoziale Notfallversorgung kann sowohl während als auch nach kritischen Einsätzen angefordert werden und stellt eine wichtige Unterstützung für die Feuerwehrleute dar.
Abgeschlossen wurde zudem die umfangreiche technische Modernisierung der Kommunalen Einsatzleitung. Nach Angaben von KEL-Leiter Christian Pink wurden sowohl die EDV-Technik der Einsatzleitung als auch des Einsatzleitwagens nach dreijähriger Projektlaufzeit auf einen aktuellen Stand gebracht, was die Einsatzfähigkeit deutlich verbessert.
Besorgniserregender Rückgang bei der Jugendfeuerwehr
Während diese Entwicklungen positiv zu bewerten sind, bereitet der Nachwuchsmangel der Feuerwehr in der Gemeinde Amt Neuhaus erhebliche Sorgen. In den sechs Jugendfeuerwehren sank die Mitgliederzahl von 68 im Jahr 2024 auf nur noch 53 im vergangenen Jahr. Als häufigster Austrittsgrund wurde von den Jugendlichen selbst „keine Lust mehr“ genannt, wie Gemeindejugendfeuerwehrwart Christian Pink mitteilte.
Um die Arbeit für junge Menschen wieder attraktiver zu gestalten, sollen Jugendsprecher künftig stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Bei den Kinderfeuerwehren zeigt sich die Situation zumindest stabiler, was einen kleinen Hoffnungsschimmer darstellt.
Neue Initiativen in der Brandschutzerziehung
Im Bereich der Brandschutzerziehung hat sich ein komplett neues Team unter der Leitung von Claudia Göldner gebildet. Das erklärte Ziel dieser Initiative ist es, Präventionsangebote dauerhaft in Kindertagesstätten und Schulen der Gemeinde zu verankern. Erste Veranstaltungen fanden bereits in verschiedenen Klassen statt und sollen in Zukunft systematisch ausgebaut werden.
Unklare Nachfolge für das Gemeindebrandmeisteramt
Wer im kommenden Jahr die verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen wird, die Einsatzbilanz der Gemeindefeuerwehr Amt Neuhaus zu präsentieren, steht derzeit noch nicht fest. Die Nachfolge von Dirk Baumann muss erst durch eine Wahl geregelt werden, für die jedoch noch ein konkreter Termin gefunden werden muss, wie Claudia Harms, Sprecherin der Feuerwehren, mitteilte.
Die Feuerwehr steht somit vor der Herausforderung, trotz personeller Veränderungen und Nachwuchssorgen ihre wichtige Arbeit für die Sicherheit der Gemeinde fortzusetzen und gleichzeitig neue Strategien zu entwickeln, um junge Menschen für den Feuerwehrdienst zu begeistern.



