Bürgermeister appelliert an Landesregierung: Feuerwehrfahrzeug dringend benötigt
Bei der Delegiertenkonferenz des Kreisfeuerwehrverbandes in Bollewick nutzte Blankensees Bürgermeister Wulf Bednorz die Gelegenheit, Innenminister Christian Pegel (SPD) direkt anzusprechen. Der Gemeindeoberhaupt von Blankensee, bekannt für seine klaren Worte, brachte ein dringendes Anliegen seiner Kommune vor die politische Bühne.
Drei Jahre Warten auf Finanzierungszusage
Seit drei Jahren ringt die Gemeinde Blankensee um die Finanzierung für ein neues Löschfahrzeug. „Unser altes Fahrzeug ist mehr als 30 Jahre alt“, erklärt Bürgermeister Bednorz deutlich. Die Reparaturen häufen sich kontinuierlich und der Aufwand, das historische Fahrzeug einsatzbereit zu halten, steigt stetig an. Aus diesem Grund hat die Gemeinde den Beschluss gefasst, ein modernes Spezialfahrzeug anzuschaffen.
Die Kostenschätzung für das benötigte Fahrzeug hat sich in diesem Zeitraum jedoch dramatisch entwickelt. Ursprünglich waren 560.000 Euro veranschlagt, mittlerweile liegen die Kosten bei über 700.000 Euro. „Das ist finanziell zu viel für unsere Gemeinde allein“, betont Bednorz. Die Kommune setzt auf eine Drittellösung, bei der Gemeinde, Kreis und Land jeweils ein Drittel der Kosten übernehmen sollen.
Minister verspricht Entscheidung bis April
Am Rande der Konferenz sprach Bürgermeister Bednorz Innenminister Christian Pegel persönlich an – immerhin ist dieser der oberste Dienstherr der Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern. Bednorz konnte dabei auf eine bestehende Bekanntschaft zurückgreifen, denn Minister Pegel war erst vor sechs Wochen in Blankensee zu Gast, um einen Altschuldenerlass für kommunale Wohnungen aus DDR-Zeiten zu überreichen.
In dem Gespräch in Bollewick sicherte der Minister zu, dass bis April eine klare Entscheidung zur Finanzierungsbeteiligung des Landes vorliegen wird. „Dann wissen wir endlich, in welcher Höhe mit Unterstützung aus Schwerin zu rechnen ist“, erklärt Bednorz. Der Bürgermeister versteht sich dabei keineswegs als Bittsteller, sondern als Vertreter kommunaler Interessen.
„Wenn wir bis Mai keine offizielle Benachrichtigung aus der Landeshauptstadt erhalten haben, werde ich definitiv nachhaken. Das habe ich dem Minister auch unmissverständlich mitgeteilt“, macht der Kommunalpolitiker deutlich.
Anschaffung für 2027 geplant
Die Gemeinde Blankensee plant, im kommenden Jahr das neue Löschfahrzeug tatsächlich beschaffen zu können. „Unser kommunaler Anteil an den Gesamtkosten ist bereits im Haushalt eingeplant“, bestätigt Wulf Bednorz. Der erfahrene Lokalpolitiker weiß jedoch aus leidvoller Erfahrung, wie langsam die Entscheidungsprozesse in der Landespolitik oft verlaufen.
Als Beispiel nennt er den Neubau eines Schulsportplatzes in Blankensee, für den die Gemeinde gut 20 Jahre warten musste, bis der Baustart im Herbst vergangenen Jahres endlich erfolgen konnte. Immer wieder hatten geänderte Förderrichtlinien das Projekt ausgebremst, und im Laufe der Jahre hatten sich die Baukosten von ursprünglich 265.000 Euro auf 1,4 Millionen Euro verfünffacht.
Kommunalpolitiker Wulf Bednorz hofft nun inständig, dass der Kauf des dringend benötigten Löschfahrzeugs keine ähnliche Geduldsprobe für die Gemeinde wird. Er setzt darauf, dass aus der Landeshauptstadt Schwerin bald grünes Licht für die Finanzierungsbeteiligung kommt und die Feuerwehr von Blankensee endlich mit moderner Ausrüstung ausgestattet werden kann.



