Hartmut Baranowski (AfD) kandidiert 2026: Frischer Wind für Ueckermünde
Baranowski (AfD) will Bürgermeister von Ueckermünde werden

Hartmut Baranowski (AfD) kandidiert 2026: Frischer Wind für Ueckermünde

Hartmut Baranowski, geboren 1961 in Ueckermünde, bewirbt sich im Jahr 2026 erneut um das Bürgermeisteramt seiner Heimatstadt. Bereits 2012 hatte er seinen Hut in den Ring geworfen, nun kehrt er mit dem Versprechen zurück, frischen Wind durch das Rathaus wehen zu lassen. Als Kandidat der AfD betont er seine Neutralität und Unbefangenheit. „Ich habe keine Verpflichtungen und keine Interessenkonflikte“, erklärt der 64-Jährige im Gespräch mit dem Nordkurier. Er wirft den meisten Mitbewerbern vor, durch Firmenbesitz oder Immobilienunternehmen befangen zu sein – eine Ausnahme bilden lediglich René Hafenstein und Jeremy Brehme.

Kassensturz und Finanzkonsolidierung als oberste Priorität

Sollte Baranowski die Wahl gewinnen, plant er als erstes einen umfassenden Kassensturz. „Dabei müssen auch das Personal in den Ämtern und aktuelle Projekte auf den Prüfstand“, kündigt er an. Sein Ziel ist es, herauszufinden, was die Stadt wirklich benötigt, und nicht unbedingt erforderliche Vorhaben auf Eis zu legen. Die Konsolidierung der Finanzen schätzt er auf mindestens drei bis fünf Jahre. Ueckermünde leidet unter erheblichen Verbindlichkeiten und einem Bevölkerungsrückgang seit der Wende, was Baranowski auf fehlende Arbeitsplätze zurückführt. „Wenn dafür immer wieder Kredite aufgenommen werden müssen, dann bleibt am Ende gar nichts mehr übrig“, warnt er.

Als Mitglied des Kreistags kritisiert er die hohe Kreisumlage, die aktuell bei 43 Prozent liegt. „Das ist immer noch zu viel für die Städte, weil sie kein Geld mehr haben“, so Baranowski. Vom Land erwartet er keine zusätzlichen Mittel, weshalb er auf Eigeninitiative setzt. Die Leerstände in der Innenstadt führt er nicht auf die Hauseigentümer zurück, sondern auf den Online-Handel. „Das bekommt man auch nicht zurückgedreht“, räumt er ein. Stattdessen will er Unternehmen wie Haff-Dichtungen ansiedeln, um junge Fachkräfte in der Region zu halten.

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Wirtschaftsförderung und Mehrheiten organisieren

Für Baranowski sind Tourismus, die Belebung der Altstadt, Industrieansiedlungen und die Förderung des Handwerks zentrale Themen. Er betont, dass sowohl bezahlbarer Wohnraum für Geringverdiener als auch Wohnungen für Wohlhabendere benötigt werden. Die Umsetzung seiner Pläne hängt jedoch von den Stadtvertretern ab. „Wenn ich also gute Ideen habe, muss ich Mehrheiten organisieren, um in meinen Augen sinnvolle Projekte umzusetzen“, erklärt er. Dabei spielen Finanzen und Standortfaktoren eine entscheidende Rolle.

Der Kandidat blickt auf eine vielseitige Berufslaufbahn zurück: Nach einer Lehre im Reifenwerk Neubrandenburg brach er ein Ingenieursstudium ab, um beim Aufbau der Gießerei in Ueckermünde mitzuwirken. Später arbeitete er im Tunnelbau, machte den Meister und war international tätig, unter anderem in Moskau, London und beim Bau des Gotthardtunnels in der Schweiz. Mehr als 20 Jahre war er selbstständig. „Da hatte ich nicht nur 20, sondern 50 bis 60 Leute zu beschäftigen“, erinnert er sich.

Klare Positionen zu aktuellen Projekten

In einem Frage-Antwort-Teil äußert sich Baranowski konkret zu städtischen Herausforderungen. Zum geplanten Resorthotel am Ueckermünder Strand und einer möglichen Kurklinik hat er eine eindeutige Haltung: „Ich bin in Ueckermünde eindeutig für den Tourismus, aber gegen ein Resorthotel und für eine Kurklinik“. Eine Reha-Einrichtung würde das ganze Jahr über Klientel und Arbeitsplätze bringen und die Innenstadt beleben, während es bereits genug Hotelbetten gebe.

Zur Belebung der Innenstadt setzt er auf Zuzug und Arbeitsplätze, nicht nur in der Industrie, sondern auch im medizinischen Bereich. Die Auflösung des Kinder- und Jugendbeirats bedauert er zutiefst. „Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist die wichtigste Beteiligung, die es überhaupt gibt“, betont Baranowski, der sich im Modellbau engagiert. Trotz geringen Interesses an Schulangeboten bleibt er überzeugt: „Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft“.

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Als Rentner stellt sich Baranowski der Herausforderung, weil er überzeugt ist, dass in Ueckermünde vieles zu eingefahren ist. „Dennoch herrscht der Gedanke vor, dass es so weitergehen soll wie bisher. Aber so kann es nicht weitergehen“, sagt er. Sein Antrieb: „Die Stadt braucht einen neuen Wind“. Mit sechs weiteren Kandidaten, darunter Einzelbewerber und Vertreter von Bündnis Deutschland, tritt er bei der Bürgermeisterwahl 2026 an, um diesen Wandel herbeizuführen.