Altentreptow im finanziellen Notstand: Fünf Millionen Euro Defizit drohen
Die Stadt Altentreptow steht vor einer ernsten Haushaltskrise. Für das Jahr 2026 prognostiziert die Verwaltung ein massives Defizit im Ergebnishaushalt von genau 5.095.550 Euro. Dieses finanzielle Loch soll vollständig durch die Auflösung aller noch vorhandenen Rücklagen gestopft werden – eine Maßnahme, die die Stadt in eine prekäre Lage bringt.
Leistungsfähigkeit der Kommune stark gefährdet
„Damit werden sämtliche Rücklagen komplett auf null reduziert“, warnt Erste Stadträtin Silvana Knebler. Die Stadt stuft ihre eigene Leistungsfähigkeit als akut gefährdet ein. Die Gesamtauszahlungen im Finanzhaushalt belaufen sich auf 20,2 Millionen Euro, während für Investitionen fünf Millionen Euro veranschlagt sind. Die Prognosen für die Folgejahre zeichnen ein düsteres Bild: Bis zum Ende des Finanzplanzeitraums wird ein weiteres Defizit von rund einer Million Euro erwartet.
Ein ausgeglichener Haushalt kann nicht mehr garantiert werden. Als Hauptgründe nennt die Verwaltung ausbleibende Schlüsselzuweisungen vom Land, steigende Kreisumlagen und sinkende Erträge durch die Grundsteuerreform. Zusätzlich belasten höhere Unterhaltskosten, steigende Baupreise und allgemeine Bewirtschaftungskosten den städtischen Etat.
Personalkürzungen und Haushaltssperren als Notmaßnahmen
Der Finanzausschuss hat bereits Sparpotenziale identifiziert und verschiedene Maßnahmen priorisiert, gestreckt oder verschoben. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der Stadt zu bewahren und Investitionen auf das absolut Notwendige zu beschränken, erklärt Silvana Knebler. Konkret bedeutet dies:
- Prüfung von Konsolidierungsmaßnahmen im Personalbereich
- Mittelfristige Reduzierung des Personalbestands um etwa zehn Prozent
- Haushaltssperren in Höhe von 652.495 Euro durch Bürgermeisterin Claudia Ellgott
Von den Sperren betroffen sind Personalaufwendungen (164.280 Euro), Sachverständigen- und Gerichtskosten (156.670 Euro), Gebäudeunterhaltung (311.545 Euro) sowie Schutzbekleidung für die Feuerwehr (20.000 Euro). Über diese Mittel kann vorerst nicht verfügt werden, eine Aufhebung ist nur im Einvernehmen mit der Stadtvertretung möglich.
Trotz Krise: Wichtige Investitionen werden weiterverfolgt
Obwohl die finanzielle Lage äußerst angespannt ist, plant Altentreptow weiterhin strategisch bedeutsame Projekte:
- Grundstücksankauf im „Grünen Gewerbegebiet“ mit Kreditaufnahme von 2.221.000 Euro für langfristige Wirtschaftsentwicklung
- Neubau des Bahnhofsvorplatzes mit 1,6 Millionen Euro Eigenmitteln und 1,2 Millionen Euro Landesförderung
- Erneuerung des Feuerwehrgerätehauses mit 750.000 Euro Stadtmitteln und 400.000 Euro Landesförderung
- Neubau Brücke im Grünen Gang (250.000 Euro) und Instandsetzung der Brücke Randkanal (150.000 Euro)
- Installation von Photovoltaikanlagen auf dem Dach der KGS für 183.000 Euro
Diese Investitionen sollen trotz der Haushaltskrise realisiert werden, da sie als essenziell für die Zukunftsfähigkeit der Kleinstadt gelten. Die Verwaltung betont, dass alle Auftragsvergaben in den betroffenen Bereichen vorab auf ihre Notwendigkeit und ihren Umfang geprüft werden müssen.



