Dritter Anlauf im zähen Prozess gegen Hollywood-Produzent
Vor dem Manhattan Supreme Court in New York City hat das Wiederaufnahmeverfahren gegen den ehemaligen Film-Tycoon Harvey Weinstein (74) begonnen. Es ist bereits der dritte Versuch, den Fall der mutmaßlichen sexuellen Übergriffe juristisch aufzuarbeiten, nachdem frühere Urteile aufgehoben wurden oder die Jury sich nicht einigen konnte. Diesmal erhält Weinstein prominente Unterstützung von der Verteidigung: Die Anwälte, die zuletzt den Rap-Mogul Sean „Diddy“ Combs (56) vertraten, übernehmen nun seine Sache.
Jessica Mann als zentrale Belastungszeugin
Im Mittelpunkt des aktuellen Verfahrens steht der Fall von Jessica Mann (40), einer ehemaligen Schauspielerin und Friseurin. Sie wirft Weinstein vor, sie im Jahr 2013 in einem New Yorker Hotel vergewaltigt zu haben. Bereits 2020 war Weinstein auch wegen dieses Vorwurfs verurteilt worden, doch das Urteil wurde 2024 aufgrund von Verfahrensfehlern aufgehoben. Im vergangenen Jahr führte eine uneinige Jury zu einem Fehlprozess, weshalb der Fall nun erneut aufgerollt wird.
Richter Curtis Farber hat klare Grenzen für die Zeugenaussagen gezogen: Während Mann über ihre körperlichen Empfindungen während des mutmaßlichen Übergriffs sprechen darf, bleiben Details zu Weinsteins Genitalien sowie entsprechende Fotos tabu. Vor Gericht schilderte Mann eine Beziehung zu Weinstein, die von Druck, Abhängigkeit und Angst geprägt gewesen sei.
Schockierende angebliche Aussage von Weinstein
Kurz vor Prozessbeginn brachte die Staatsanwaltschaft eine neue, verstörende Äußerung ins Spiel. Ein Gerichtsmitarbeiter meldete sich und behauptete, Weinstein habe im Jahr 2020 sinngemäß zu ihm gesagt: „Wenn du einige dieser Frauen gesehen hättest, hättest du genau dasselbe getan.“ Diese angebliche Aussage sorgte im Gerichtssaal für einen Schock und unterstreicht die emotionale Ladung des Verfahrens.
Prominente Verteidigung und gesundheitliche Belastung
Harvey Weinstein wird nun von den Star-Anwälten Marc Agnifilo (61) und Teny Geragos (34) vertreten, die zuvor Sean „Diddy“ Combs verteidigten. Sie legten bereits Einspruch gegen die neue Aussage des Gerichtsmitarbeiters ein und führen Weinsteins Verteidigung von einem Rap-Imperium in einen der berüchtigtsten #MeToo-Prozesse Hollywoods über.
Der ehemalige Hollywood-Produzent erscheint gesundheitlich schwer angeschlagen: Er sitzt im Rollstuhl, trägt einen dunkelblauen Anzug und sein Gesicht wirkt kreidebleich. Laut seinen Anwälten leidet er an Diabetes, Herzproblemen und Leukämie, was diesen Prozess zu einem weiteren Kraftakt für ihn macht.
Der neue Prozess ist auf etwa zwei Wochen angesetzt und verspricht, weitere Details zu den Vorwürfen und der Verteidigungsstrategie ans Licht zu bringen. Die Öffentlichkeit verfolgt die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit, da der Fall symbolisch für die #MeToo-Bewegung steht.



