Prozess in Neubrandenburg: Ex-Freund soll Unfall zur Tötung geplant haben
Ab dem 14. April muss sich ein 28-Jähriger vor dem Neubrandenburger Landgericht wegen versuchten Mordes verantworten. Der Angeklagte soll mit einem absichtlich herbeigeführten Autounfall in Waren versucht haben, seine Ex-Freundin zu töten. Das Gericht hat für den Prozess vorerst acht Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte frühestens am 6. Mai fallen.
Konfliktbelastete Beziehung als Tatmotiv
Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg fuhr der damals 27 Jahre alte Mann, der aus dem Kosovo stammt, am 23. Januar 2025 mit seinem Auto auf der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße im Osten von Waren. Im Gegenverkehr nahm er eine 44 Jahre alte Frau in ihrem Pkw wahr, mit der er eine konfliktbelastete On-Off-Beziehung geführt hatte. Der Angeklagte habe den Entschluss gefasst, einen Frontalzusammenstoß zu verursachen, wobei er den Tod der Geschädigten billigend in Kauf genommen habe, so die Mitteilung des Landgerichts.
Schwere Verletzungen und langanhaltende Folgen
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, sein Fahrzeug auf knapp 80 km/h beschleunigt und unmittelbar auf die Gegenfahrbahn gezogen zu haben, was planmäßig zum Frontalzusammenstoß führte. Infolge der Kollision wurde die Ex-Freundin lebensgefährlich verletzt. Aufgrund einer Einblutung im Hirninneren und eines schweren Schädel-Hirn-Traumas musste die Geschädigte in ein langanhaltendes Wachkoma versetzt werden, heißt es in der Gerichtsmitteilung. Die Frau leidet noch immer an den schweren Unfallverletzungen, kann kaum sprechen und hat laut Nordkurier-Informationen keine Erinnerungen an den Zusammenstoß.
Ermittlungen und Festnahme des Tatverdächtigen
Der Beschuldigte wurde bei dem Unfall ebenfalls eingeklemmt und schwer verletzt, soll aber inzwischen genesen sein. Nach dem Vorfall zog er von Mecklenburg-Vorpommern nach Emmendingen bei Freiburg in Baden-Württemberg. Als sich die Indizien gegen ihn verdichteten, wurde er im zweiten Halbjahr 2025 dort festgenommen und nach Mecklenburg-Vorpommern überstellt. Seit dem 26. November 2025 befindet er sich aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Waren (Müritz) in Untersuchungshaft.
Großeinsatz und erheblicher Sachschaden
Feuerwehr und Polizei waren nach dem Unfall in Waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenstraße im Gewerbegebiet Waren Ost war mehrere Stunden gesperrt, um die Bergung und Beräumung durchzuführen. Den Helfern bot sich ein schlimmes Trümmerfeld, und der reine Sachschaden wurde auf etwa 30.000 Euro geschätzt. In beiden Fahrzeugen waren sämtliche Airbags ausgelöst worden, was auf starke Bremskräfte schließen ließ.
Rettungsmaßnahmen und medizinische Versorgung
Der verletzte Autofahrer wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, während seine Ex-Partnerin mit dem im Luftrettungszentrum Neustrelitz stationierten Hubschrauber „Christoph 48“ transportiert wurde. Mehrere Gutachter im Auftrag der Justiz untersuchten, warum der Wagen des Autofahrers zum Zeitpunkt des Unfalls auf die Gegenfahrbahn geraten war. Der Prozess wird nun die genauen Umstände und Motive dieser tragischen Tat aufklären.



