Neuer Prozess um Maradonas Tod: Sieben Angeklagte wegen Totschlags vor Gericht
Maradona-Prozess neu aufgerollt: Sieben Angeklagte vor Gericht

Neuer Prozess um Tod von Maradona beginnt in Argentinien

Fünfeinhalb Jahre nach dem tragischen Tod der argentinischen Fußball-Legende Diego Maradona hat ein zweiter Prozess gegen sein medizinisches Team begonnen. Der Weltmeister von 1986 starb im November 2020 im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt, kurz nachdem er sich einer Gehirnoperation unterzogen hatte. Die Ermittler werfen seinem medizinischen Team schwere Fehler bei der häuslichen Pflege vor.

Sieben Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten

In San Isidro nördlich von Buenos Aires müssen sich sieben Ärzte und Pfleger vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Totschlag vor. Zu den Angeklagten gehören Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seine Psychiaterin Agustina Cosachov, ein Psychologe, ein weiterer Arzt, die medizinische Koordinatorin der Krankenversicherung und zwei Pfleger. Alle Angeklagten weisen die Vorwürfe entschieden zurück. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen Freiheitsstrafen von bis zu 25 Jahren.

Gegen eine weitere Krankenschwester wird in einem abgetrennten Prozess verhandelt. Der aktuelle Prozess dürfte sich über mehrere Monate hinziehen, da zunächst zwei Verhandlungstage pro Woche angesetzt wurden und insgesamt rund 90 Zeugen vernommen werden sollen.

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Erster Prozess wurde für nichtig erklärt

Das Verfahren musste neu aufgerollt werden, nachdem ein erster Prozess im Mai des vergangenen Jahres nach 21 Verhandlungstagen für nichtig erklärt worden war. Der Abbruch des Verfahrens wurde durch die Suspendierung einer Richterin der dreiköpfigen Kammer ausgelöst. Sie hatte an einem nicht genehmigten Dokumentarfilm über den Prozess mitgearbeitet, was zu erheblichen Verfahrensverstößen führte.

Die Ermittler gehen davon aus, dass bei der häuslichen Pflege des gesundheitlich schwer angeschlagenen Weltmeisters massive Fehler gemacht wurden. Maradona war in einer privaten Wohnanlage gestorben, nachdem er sich wenige Wochen zuvor einer kritischen Gehirnoperation unterzogen hatte. Die genauen Umstände seines Todes und die Verantwortlichkeiten seines medizinischen Teams stehen nun erneut im Fokus der Justiz.

Der Prozess wird mit großer Aufmerksamkeit in Argentinien und international verfolgt, da Maradona als eine der größten Fußball-Ikonen aller Zeiten gilt. Die Angeklagten betonen ihre Unschuld und weisen darauf hin, dass sie stets nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hätten. Die kommenden Verhandlungstage werden zeigen, ob die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft haltbar sind und ob es zu Verurteilungen kommen wird.

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