US-Präsident Donald Trump hat persönlich bei FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen, um eine Aufhebung der Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zu erwirken. Das berichten übereinstimmend „The Athletic“ (zur New York Times gehörend) und die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben die Information bislang kommentiert.
FIFA hebt Sperre überraschend auf
Der Fußball-Weltverband teilte am Sonntag unerwartet mit, dass Baloguns Sperre nach der Roten Karte beim 2:0-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina aufgehoben sei. Der 25-Jährige kann damit am Dienstag (2.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im Achtelfinale in Seattle gegen Belgien auflaufen. Präsident Trump nahm dies erfreut zur Kenntnis und äußerte sich unmittelbar auf seiner Plattform Truth Social: „Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“
Als Begründung verwies die FIFA auf Artikel 27 des Disziplinarreglements, wonach die Durchführung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise ausgesetzt werden kann. Baloguns Sperre werde für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Sollte sich der Angreifer in dieser Zeit „einen weiteren Verstoß gleicher Art und Schwere“ erlauben, werde die Sanktion vollstreckt.
Belgien reagiert mit Erstaunen
WM-Gegner Belgien hat mit „Erstaunen“ auf die plötzlich erlassene Sperre reagiert und weitere Konsequenzen nicht ausgeschlossen. „Um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und die Grundprinzipien des Fair Play zu schützen“, prüfe der belgische Verband alle Optionen, wie er in einer Stellungnahme am Sonntag mitteilte.
Die aufgehobene Sperre begeisterte auch US-Präsident Trump. Auf Truth Social schrieb er: „Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“
US-Botschaft warnt vor WM-Achtelfinale Mexiko gegen England
Die US-Botschaft in Mexiko-Stadt hat ihre Staatsbürger vor dem WM-Achtelfinale zwischen Mexiko und England zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Die Partie wird in der Nacht auf Montag um 2.00 Uhr (MagentaTV) angepfiffen. In der Hauptstadt und landesweit werden an Fan-Festen, in Stadien und an öffentlichen Übertragungsorten große Menschenmengen erwartet. Die US-Botschaft warnte, dass es bei jüngsten Public-Viewing-Veranstaltungen wegen Überfüllung zu Verletzten und Todesfällen gekommen sei.
Die Botschaft warnte zudem vor möglichen Demonstrationen. US-Bürger wurden in der Mitteilung dazu aufgefordert, diese zu meiden. Nach mexikanischem Recht dürfen ausländische Staatsbürger nicht an politischen Demonstrationen teilnehmen. Verstöße könnten zu Festnahmen oder Abschiebungen führen.
Matthäus kritisiert Nagelsmann und hofft auf Klopp
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat viele Fehler bei Julian Nagelsmann ausgemacht. Das gesamte Projekt sei „krachend gescheitert“, schrieb der 65-Jährige in der „Bild“. Die Mannschaft hatte „keine Führung auf dem Platz, keine spielerische Qualität, kein gutes Abwehrverhalten, kein Miteinander. Das war ein reiner Hühnerhaufen.“
Nach dem WM-Aus in der ersten K.-o.-Runde gegen Paraguay war Nagelsmann nach einiger Überlegung von seinem Amt als Bundestrainer zurückgetreten. Nachfolger soll der frühere Liverpool- und BVB-Coach Jürgen Klopp werden. „Mit Klopp als Bundestrainer würde im deutschen Fußball ein anderer Wind wehen“, prognostizierte Matthäus.
Joker-Rolle gegen Norwegen? Brasiliens Raphinha ist zurück
Brasiliens angeschlagener Offensivstar Raphinha steht bei der Fußball-WM vor dem Comeback. Der 29-Jährige vom FC Barcelona mache „sehr gute Fortschritte“, sagte Trainer Carlo Ancelotti vor dem Achtelfinale gegen Norwegen am Sonntag (22.00 Uhr/MagentaTV) in East Rutherford. Er sei „zwar noch nicht bei hundert Prozent, könnte aber auf der Bank sitzen und ein paar Minuten spielen“, so der Coach über den Flügelspieler. Raphinha musste im zweiten Gruppenspiel gegen Haiti (3:0) wegen einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Seitdem fehlte er dem Rekordweltmeister.
Viagra für Englands Profis? Nicht mit Thomas Tuchel
Auf eines setzen Thomas Tuchel und seine Engländer in der Höhe von Mexiko-Stadt nicht: Viagra. Nachdem es in England Medienberichte gegeben hatte, die die Einnahme des Potenzmittels nahegelegt hatten, räumte Tuchel bei seiner Pressekonferenz im Aztekenstadion mit diesen Gerüchten und Spekulationen auf. Die Information habe ihn nicht erreicht, sagte der deutsche Coach der Three Lions amüsiert und betonte: „Das ist nicht wahr.“
Unter anderem hatte die britische Boulevardzeitung „The Sun“ berichtet, dass Viagra nicht auf der Dopingliste stehen würde. Und Studien hätten gezeigt, dass es durch die Senkung des Blutdrucks in der Lunge den in großen Höhen auftretenden Ermüdungsgefühlen und Schwindel entgegenwirke. Anzeichen dafür, dass Tuchels Mannschaft Viagra nehmen würde, gebe es aber nicht, hieß es in der Zeitung.
Schweizer Nationalteam verstärkt Ziel von Hasskommentaren
Der Schweizerische Fußballverband sieht sich vermehrt mit Hasskommentaren in den sozialen Medien gegen das Nationalteam während der WM konfrontiert. „Leider können wir inzwischen abschätzen, wann die Gefahr einer Häufung solcher niederträchtigen Kommentare steigt“, sagte ein Medienverantwortlicher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. „In diesem Fall werden die Kommentarspalten auf unseren Kanälen oft bereits proaktiv gesperrt.“
Vor allem nach dem enttäuschenden Auftakt beim 1:1 gegen Katar habe es so viele diskriminierende Nachrichten gegeben, dass die Kommentarfunktion auf den Social-Media-Kanälen deaktiviert worden sei. „Auch, weil es bei einigen der Kommentare um die Hautfarbe oder Herkunft der Spieler ging.“ Sobald Kommentare den Straftatbestand der sogenannten Rassismusstrafnorm erfüllen, werden sie vom Schweizerischen Fußballverband an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Die Schweiz ist bei der WM nach wie vor noch im Turnier und trifft im Achtelfinale am Dienstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im kanadischen Vancouver auf Geheimfavorit Kolumbien.
Vor wenigen Tagen erst hatte der Weltverband FIFA mitgeteilt, dass rassistische Kommentare während der WM zugenommen haben. Elf Prozent aller als beleidigend eingestuften Beiträge seien auf eine Art rassistisch, hieß es unter Verweis auf die erhobenen Daten. Das sei ein Zuwachs um drei Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt bei der vergangenen WM in Katar im November und Dezember 2022. Den Angaben zufolge wurden 1.000 Accounts an Strafverfolgungsbehörden gemeldet.
Weitere Achtelfinals am Sonntag und Montag
Am Sonntag stehen die dritte und vierte Partie des Achtelfinals auf dem Programm. Um 22 Uhr deutscher Zeit duellieren sich zunächst Brasilien und Norwegen in New Jersey um den Einzug in die Runde der letzten Acht. In der Nacht auf Montag (2 Uhr deutscher Zeit) trifft Co-Gastgeber Mexiko auf England. Die Partie findet im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt statt.
Mbappé trifft: Frankreich stoppt DFB-Schreck Paraguay
Dank eines Elfmeter-Tores von Kylian Mbappé hat Topfavorit Frankreich mit viel Mühe Deutschland-Schreck Paraguay niedergerungen und ist nur noch drei Siege vom dritten WM-Titel entfernt. Die Équipe Tricolore setzte sich im Achtelfinale gegen die Südamerikaner mit 1:0 (0:0) durch und trifft im Viertelfinale am Donnerstag auf Marokko. Nachdem Frankreich zuvor am Abwehr-Bollwerk der Südamerikaner verzweifelt war, verwandelte Mbappé (70. Minute) vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia schließlich einen Strafstoß. Der Angreifer von Real Madrid kommt damit auf insgesamt 19 WM-Treffer und liegt nur noch ein Tor hinter dem argentinischen Rekordhalter Lionel Messi.
Das Ziel, mit dem goldenen Pokal in der Hand Les Bleus zu verlassen, rückt für Frankreichs scheidenden Nationaltrainer Didier Deschamps immer näher. Für die Südamerikaner blieb die zweite Sensation nach dem Coup gegen Deutschland hingegen aus. Die Albirroja verpasste den Einzug ins Viertelfinale und damit die Chance, ihr bestes WM-Ergebnis von 2010 zu wiederholen.
Samba trifft Wikinger: Brasilianer kopieren Ruder-Gesang
Brasilianische Fans haben vor dem WM-Achtelfinale gegen Norwegen den bekannten Ruder-Schlachtgesang der Wikinger mit einer Samba-Version aufgegriffen. Zu den Klängen des brasilianischen Funk-Hits „Dança do Créu“ ahmten sie die charakteristischen Ruderbewegungen der norwegischen Fußball-Fans nach, wie Videoaufnahmen aus New York zeigen. Mit dem schon legendären Jubel-Ruder-Ritual haben sich die Skandinavier vor und während der WM einen Namen gemacht. „Das Rudern ist ein Markenzeichen der norwegischen Fans geworden. Es gehört zu dieser WM. Andere Nationen machen es jetzt auch. Es ist etwas, woran man sich nach dem Turnier erinnern wird“, sagte Norwegens Coach Stale Solbakken bei der Pressekonferenz vor der Partie.
Mitfavorit Marokko im WM-Viertelfinale – Kanada raus
Marokko hat Co-Gastgeber Kanada aus dem Turnier geworfen und steht als erstes Team im Viertelfinale der Fußball-WM. Die Auswahl von Nationaltrainer Mohamed Ouahbi hatte beim 3:0 (0:0) in Houston allerdings mehr Mühe als erwartet. Azzedine Ounahi traf nach einer schwachen ersten Halbzeit zweimal (50. und 82. Minute). Soufiane Rahimi ließ Marokko in der Nachspielzeit noch einmal jubeln (90.+8). Nach Platz vier bei der WM 2022 wartet auf Marokko nun im Viertelfinale entweder der große Favorit Frankreich oder Deutschland-Bezwinger Paraguay. Offen ist, ob Bayern-Neuzugang Ismael Saibari dann wieder mitspielen kann – der Offensivstar musste verletzungsbedingt bereits in der 22. Minute ausgewechselt werden.
Für Kanada endet dagegen das Turnier – das Team von Jesse Marsch verabschiedet sich aber immerhin mit dem Erfolg, dank der ersten WM-Punkte überhaupt so weit gekommen zu sein wie noch nie. Auf der Tribüne half auch die Anfeuerung von Eishockey-Ikone Wayne Gretzky als einer der 68.777 Zuschauerinnen und Zuschauer am Ende nichts.
Klopps Ansagen aus New York und die Pläne der DFB-Spitze
Die Gestaltung einer DFB-Zukunft mit Jürgen Klopp nimmt nach dem nächsten WM-Flop der Fußball-Nationalmannschaft Fahrt auf. Der Wunschkandidat zeigt sich „bereit“. Und die DFB-Bosse planen nach der rasch vollzogenen Trennung von Julian Nagelsmann einen zeitnahen Trip zum Bundestrainer-Wunschkandidaten in die USA. Eine Agenda mit den zentralen Themen und Aufgaben ist für die kommenden Tage und Wochen fixiert. Die wichtigste Botschaft: „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit“, verkündete der 59-Jährige. „Der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern.“
WM-Krimi: Argentinien braucht Verlängerung gegen Kap Verde
Fußball-Weltmeister Argentinien hat das WM-Märchen von Kap Verde nur mit großem Zittern beendet. Der Titelverteidiger benötigte seinen Superstar Lionel Messi, eine 30-minütige Extrazeit und zwei überraschende Rückschläge, um den krassen Außenseiter in einem packenden und denkwürdigen Sechzehntelfinale mit 3:2 (1:1, 1:0) nach Verlängerung niederzuringen. Vor 64.478 Zuschauern in seiner Wahlheimat Miami schoss Messi in der 29. Minute bereits sein siebtes Tor bei diesem Turnier und sein 20. insgesamt bei einer WM. Nach der Pause bestrafte Deroy Duarte (59.) das erste Mal die argentinische Passivität. Auch in der Verlängerung kam der kleine Inselstaat nach dem 1:2 durch Lisandro Martinez (93.) noch einmal zurück. Denn der frühere Rot-Weiß-Erfurt- und Viktoria-Köln-Spieler Sidny Lopes Cabral gelang in der 103. Minute ein Traumtor. Argentiniens Treffer zum 3:2 wurde von der FIFA als Eigentor von Diney Borges gewertet in der 111. Minute - nach einem Eckball von Messi.
Premierensieg im Elfer-Drama: Ägypten im Achtelfinale
Ägypten um Superstar Mohamed Salah hat mit dem ersten WM-K.-o.-Rundensieg auf dramatische Weise nationale Fußballgeschichte geschrieben. Der siebenmalige Afrika-Cup-Gewinner setzte sich im Sechzehntelfinale gegen Australien mit 4:2 im Elfmeterschießen durch und steht nach 92 Jahren wieder im Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Die Endrunde 1934 hatte damals direkt mit dem Achtelfinale begonnen. Den entscheidenden Elfmeter im Dallas Stadion vor 70.244 Zuschauern verwandelte Hossam Abdelmaguid. Für das Elfmeterschießen hatte Australiens Trainer Tony Popovic kurz vor Ende der Verlängerung den erfahrenen Torhüter Mathew Ryan für den bis dahin starken Patrick Beach eingewechselt – das zahlte sich nicht aus. Nach der regulären Spieldauer und der Verlängerung hatte es 1:1 (1:0) gestanden. Ägypten trifft im Achtelfinale auf den Sieger der Partie zwischen Argentinien mit Ausnahmekönner Lionel Messi und Außenseiter Kap Verde. Australien muss dagegen weiter auf den ersten K.-o.-Runden-Sieg bei Weltmeisterschaften warten.
Ägyptens Teamdirektor gerät mit Sicherheitsdienst aneinander
Im Teamhotel der ägyptischen Mannschaft ist es vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen Australien zu einem kuriosen Zwischenfall gekommen. Videos in sozialen Medien zeigten Rangeleien und hitzige Wortwechsel zwischen Sicherheitskräften und Mitgliedern der ägyptischen WM-Delegation. Mittendrin: Ibrahim Hassan, Zwillingsbruder von Trainer Hossam Hassan. Wie Medien berichteten, hinderte ein Security-Mitarbeiter nach Angaben des ägyptischen Fußballverbandes ein Kind daran, ein Foto mit den Spielern zu machen. Ibrahim Hassan sei daraufhin eingeschritten, um das Kind zu schützen. Dabei sei es zu einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Sicherheitspersonal gekommen.
Bundeskanzler Merz dankt Julian Nagelsmann
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den bisherigen Fußball-Bundestrainer Julian Nagelsmann für seine Arbeit gewürdigt. „Der Bundeskanzler dankt Julian Nagelsmann für sein Engagement und den Einsatz in den letzten Jahren als Bundestrainer der Nationalmannschaft“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Zur Nachfolgefrage wollte er sich nicht äußern und verwies auf die Autonomie der Sportverbände in derartigen Personalfragen.
Sport-Geschäftsführer Rettig verlässt DFB zum Jahresende
Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig verlässt den Deutschen Fußball-Bund zum Jahresende. Dies gab der DFB in der Mitteilung zum Rücktritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem WM-Debakel bekannt. Keine Angaben machte der Verband zur Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler. Der Weltmeister von 1990 war für Nagelsmann erster Ansprechpartner beim Verband. Der 63 Jahre alte Rettig habe während der Sitzung der Gesellschaftervertreter und des Aufsichtsrates erklärt, dass er seinen zum 31. Dezember 2026 auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern werde. Darüber habe er den DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf bereits vor Beginn der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft informiert.
Nagelsmann tritt zurück – Verhandlungen mit Klopp
Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer - und Jürgen Klopp steht als Nachfolger bereit. Der 38-jährige bisherige Chefcoach der Nationalmannschaft erklärte wenige Tage nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay seinen sofortigen Rücktritt, wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll ihm dieser Schritt von der DFB-Spitze während eines Krisentreffens am Donnerstag nahelegt worden sein. „Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“, hieß es in einer DFB-Mitteilung. Der 59-jährige Klopp ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für die Red Bull GmbH tätig. Davor war Klopp als Trainer sehr erfolgreich bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool. Mit dem BVB wurde er deutscher Meister, mit Liverpool gewann er den englischen Titel und 2019 die Champions League. Derzeit ist er als Experte für MagentaTV in Amerika im Einsatz. „Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient“, sagte Nagelsmann in der DFB-Presseerklärung.
Manzambi leitet ein: Schweiz mühelos ins WM-Achtelfinale
Die Schweiz darf bei der Fußball-WM weiter vom ersten Viertelfinale seit dem Heim-Turnier 1954 träumen. Das Team um Vorlagengeber Johan Manzambi setzte sich im Sechzehntelfinale von Vancouver problemlos mit 2:0 (1:0) gegen Algerien durch und bleibt beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko unbesiegt. Im Achtelfinale geht es erneut in Vancouver am Dienstag (22.00 Uhr/MESZ) gegen Kolumbien oder Ghana. Vor 52.497 Zuschauern im ausverkauften Stadion sorgte der frühere Schalker Breel Embolo (10. Minute) für die frühe Führung. Nach der Pause traf dessen Sturmkollege Dan Ndoye (46.) zur vorzeitigen Entscheidung. Manzambi vom SC Freiburg hatte das erste Tor mit einem Solo über die halblinke Seite exzellent eingeleitet. Algeriens Auftritt bei dem Turnier dürfte - abgesehen vom denkwürdigen 3:3 gegen Österreich in der Vorrunde - schnell in Vergessenheit geraten. Das Team um BVB-Profi Ramy Bensebaini konnte den starken Schweizern fast nichts entgegensetzen. Die Nordafrikaner müssen weiter auf ihren ersten Sieg in einer K.-o.-Runde der Weltmeisterschaft warten.
Nagelsmann-Rücktritt in Kürze erwartet – DFB-Gremien diskutieren heute auch Zukunft von Völler und Rettig
Der Aufsichtsrat und die Gesellschaftsversammlung des Deutschen Fußball-Bundes beraten nach dpa-Informationen am heutigen Vormittag über Bundestrainer Julian Nagelsmann. Dem Vernehmen nach soll es bei der Videoschalte auch um die Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig gehen. Nagelsmann soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge in Kürze seinen Rücktritt erklären. Der 38-Jährige soll nach der Krisensitzung beim DFB am Donnerstag in Frankfurt/Main zu dieser Entscheidung gekommen sein, wie der TV-Sender Sky und die „Bild“-Zeitung berichteten. Nagelsmann war mit der deutschen Nationalmannschaft am Montag im Sechzehntelfinale der WM im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert. Unmittelbar nach dem Ausscheiden hatte er einen Rücktritt ausgeschlossen. Bei dem Treffen auf dem DFB-Campus soll ihm die Verbandsspitze aber diesen Schritt nahegelegt haben. Sein Vertrag wurde ursprünglich bis zur EM 2028 abgeschlossen. „Ich bin keiner der wegläuft“, hatte Nagelsmann im Stadion in Foxborough in den USA gesagt. Nun kam es aber zu dem Sinneswandel. Offen ist noch die DFB-Zukunft von Völler und Rettig. Als Nachfolger ist seit Tagen Jürgen Klopp im Gespräch. Der einstige Erfolgscoach und derzeitige Chefstratege von Red Bull ist der Topkandidat. Derzeit ist er als Experte für MagentaTV in Amerika im Einsatz.
Wieder ohne Gegentor: Spaniens Simon knackt WM-Rekord
Spaniens Torhüter Unai Simon hat im Sechzehntelfinale gegen Österreich einen Weltmeisterschaftsrekord gebrochen. Der Schlussmann hielt seinen Kasten beim 3:0-Erfolg sauber und ist damit nun bei WM-Endrunden seit 519 Minuten ohne Gegentor. Damit überflügelte der Profi von Athletic Bilbao den Italiener Walter Zenga, der bei der Heim-WM 1990 zwischen dem Auftaktspiel und dem Halbfinale 517 Minuten lang ohne Gegentor geblieben war. Simons Unbezwungen-Serie begann bei der WM 2022 in Katar, als er im letzten Gruppenspiel gegen Japan (1:2) in der 51. Minute von Ao Tanaka bezwungen worden war. Danach folgte zwar das Aus im Achtelfinale gegen Marokko, das aber nach einem 0:0 erst im Elfmeterschießen. Bei der aktuellen WM in Amerika wurde Simon weder von den Kickern von Kap Verde (0:0) noch jenen aus Saudi-Arabien (4:0), Uruguay (1:0) und Österreich (3:0) bezwungen.
Rassismus? Belgiens Trainer erklärt sich nach WM-Interview
Belgiens Cheftrainer Rudi Garcia hat sich nach seinem WM-Interview gegen Rassismusvorwürfe verteidigt. Der 62 Jahre alte Franzose hatte unmittelbar nach dem packenden 3:2-Erfolg der Roten Teufel über Senegal am Spielfeldrand von Seattle gesagt: „Wir kennen solche Mannschaften: Gegen Ende des Spiels verlieren sie ihre taktische Struktur.“ Daraufhin hatte es Kritik an Garcia gegeben. Dieser schrieb nun via X auf Englisch und Französisch: „Meine Kommentare richteten sich keinesfalls an afrikanische Mannschaften; sie hätten genauso gut auf asiatische, südamerikanische oder europäische Teams zutreffen können, die mit solch einem Druck nicht vertraut sind.“ Belgien hatte ein 0:2 gedreht und war dank zweier später Treffer von Romelu Lukaku und Youri Tielemans noch in die Verlängerung gekommen. „Als weniger erfahrener Trainer habe ich selbst schmerzlich erfahren müssen, dass es kontraproduktiv ist, das Spiel zu unterbrechen, um ein Ergebnis um jeden Preis zu verteidigen“, fügte Garcia an. Genau diese Erfahrung, die er selbst als Trainer gemacht habe, habe er teilen wollen. Sein Kollege Pape Thiaw war bei der Pressekonferenz in Seattle auf Garcias Aussage angesprochen worden. Er antwortete darauf, dass er diese Ansicht nicht teile.
Ronaldo trifft bei dramatischem Sieg gegen Kroatien und gedenkt Diogo Jota
41 Jahre alt – und kein bisschen müde: Dank Cristiano Ronaldo darf Portugal weiter vom ersten WM-Titel träumen. Der Superstar erzielte beim dramatischen 2:1 gegen Kroatien den Ausgleich und bereitete den Weg für das Achtelfinale gegen Spanien. Vor 43.036 Zuschauern in Toronto trafen Ronaldo (68. Minute) per Foulelfmeter und Gonçalo Ramos (90.+4) für die Portugiesen und sorgten zum ersten Todestag von Diogo Jota für einen emotionalen Sieg. Der Offensivspieler war am 3. Juli 2025 im Alter von nur 29 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. „Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab“, sagte der zum „Man of the Match“ gewählte Ronaldo. Ivan Perisic (53.) hatte Kroatien in Führung gebracht. Kroatien gelang in der 13. Minute der Nachspielzeit der vermeintliche Ausgleich, doch der Treffer wurden wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Während es für Ronaldo mit der Seleção weitergeht, muss sein langjähriger Weggefährte Luka Modric die Heimreise antreten. Beide spielten sechs Jahre lang gemeinsam bei Real Madrid.
Nach WM-Aus: Alaba lässt Zukunft in Nationalmannschaft offen
Österreichs Kapitän hat seine Zukunft als Nationalspieler nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale offen gelassen. „Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht um meine Zukunft, auch auf Club-Ebene um meine Zukunft. Ich war wirklich hier und jetzt sehr, sehr konzentriert und fokussiert auf diese Weltmeisterschaft. Und habe da wirklich nur darauf meinen Fokus gelegt“, sagte der ehemalige Profi des FC Bayern München nach dem 0:3 gegen Spanien. Für Österreich war es die erste WM-Teilnahme seit 1998. Alabas Vertrag bei Real Madrid war Ende Juni ausgelaufen. Wie es für den 34-Jährigen weitergeht, ist unklar. Er werde „erstmal diesen bitteren Moment verarbeiten müssen. Das wird sicherlich ein paar Tage dauern und brauchen. Und dann mache ich mir natürlich Gedanken“, sagte Alaba. Der Innenverteidiger kommt auf 117 Länderspiele für Österreich. Er erzielte 15 Tore. Alaba begann seine Karriere als Profi beim FC Bayern München und wechselte 2021 zum spanischen Rekordmeister. Ende 2023 erlitt er einen Kreuzbandriss, in der vergangenen Saison verpasste er zahlreiche Partien wegen einer Wadenverletzung.
Spanien souverän 3:0 gegen Österreich: „Wundervolles Spiel“
Spaniens Fußball-Künstler um Superstar Lamine Yamal klatschten sich nach der Pflichtaufgabe cool und nüchtern ab – die Österreicher ließen am Ende ihrer WM-Reise dagegen die Köpfe hängen. Der Europameister hat seine WM-Pflichtaufgabe gegen die Alpenrepublik mit 3:0 (1:0) souverän erfüllt und steht im Achtelfinale. „Wir haben ein wundervolles Spiel gezeigt“, resümierte Spanien-Coach Luis de la Fuente. „Ich bin überglücklich.“ Torjäger Mikel Oyarzabal per Doppelpack (36./89. Minute) und Pedro Porro (66.) trafen beim nie gefährdeten Erfolg der Südeuropäer. „Es war ein kompliziertes Spiel und wir wussten, dass es schwierig sein würde“, sagte Matchwinner Oyarzabal mit übertriebener Bescheidenheit. Österreichs Bundesliga-Profi Marcel Sabitzer wurde deutlicher: „Man muss sagen, dass die einfach besser sind als wir. Der Sieg ist verdient für Spanien.“ Auch Coach Rangnick sagte: „Insgesamt muss man anerkennen, dass wir auf einen herausragend guten Gegner getroffen sind.“ Er haderte mit der WM-Auslosung, die Österreich den Europameister schon in der ersten K.-o.-Runde bescherte. „Ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft gegen jeden anderen Gegner auf Augenhöhe die Chance auf das Weiterkommen gehabt hätten.“



