Liebe Anke Rehlinger,
In der SPD gehören Sie zu den Glückspilzen, die noch ein Bundesland regieren, in Saarbrücken. Jetzt waren Sie zu Gast bei „Markus Lanz“. Gerrit Huy von der AfD forderte dort, kein Steuergeld mehr für Klimaschutz auszugeben. Dann kamen Sie dran. Sie sagten: „Alles, was Sie im Klimaschutz jetzt nicht machen, werden Sie danach im Katastrophenschutz einsetzen müssen.“
Sie erzählten also den Leuten, dass die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland davon abhängen, wie viel Geld wir für Klimaschutz ausgeben. Das ist Unsinn. Sie wissen es bestimmt selbst. Der deutsche Anteil am weltweiten CO₂‑Ausstoß liegt bei nur 1,5 Prozent.
Wie das Weltklima sich entwickelt, hängt deshalb so gut wie gar nicht von uns ab. Trotzdem sollten wir etwas für Klimaschutz tun. Klug ist es, ebenfalls in Katastrophenschutz zu investieren. Ihr Satz klingt so, als könnte Klimaschutz den Katastrophenschutz unnötig machen. Am deutschen Wesen wird die Welt nicht genesen, Frau Rehlinger. Manchmal ist das auch gut so.
„Es kommt darauf an, das Klima so zu schützen, dass dabei nicht halb Deutschland arbeitslos wird“ – so hätte jemand von der SPD geredet, als die SPD Arbeiterpartei war.
Die AfD-Frau Huy aber behauptete, man müsse das Rentenalter erst in 20, 30 Jahren erhöhen, ein Rentenniveau von 70 Prozent sei langfristig kein Problem, sogar bei gleichzeitigen Steuersenkungen.
Nach dieser Sendung spürte ich große Sehnsucht nach jemandem wie Peer Steinbrück.
Hochachtungsvoll
Harald Martenstein



