Weiße Flecken am Rostocker Wasserturm: Experten geben Entwarnung
Weiße Flecken am Rostocker Wasserturm: Entwarnung

Am Rostocker Wasserturm im Bahnhofsviertel sorgen weiße Flecken an der Fassade für Aufregung. Nur ein Jahr nach der aufwendigen Sanierung des historischen Wahrzeichens tauchten die merkwürdigen Verfärbungen auf. In sozialen Medien wurde spekuliert, ob es sich um ernsthafte Feuchtigkeitsschäden handeln könnte. Der Nordkurier hakte beim Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt Rostock (KOE) nach, der das Bauwerk aus dem Jahr 1903 fast sieben Jahre lang generalsaniert hatte.

Ursache der weißen Flecken

KOE-Sprecher Arndt Draheim gibt Entwarnung: „Nein, es handelt sich nicht um Schäden am Bauwerk. Diese Erscheinung hat im Gegenteil einen ganz natürlichen Ursprung.“ Die weißen Flecken werden als Salzausblühungen bezeichnet. Sie entstehen nach Fassadensanierungen mit Ziegeln durch das Zusammenspiel von Feuchtigkeit, gelösten Mineralien und Verdunstung. „Neue Ziegel, Mörtel und Putz enthalten viel Wasser. Wenn die Wand noch nicht vollständig ausgetrocknet ist, wandert dieses Wasser nach außen“, erklärt Draheim. „Kommt dann wie am vergangenen Wochenende auch noch starke Sonneneinstrahlung hinzu, wird dieser Prozess beschleunigt und es kommt zu einer auffälligen Kristallisierung an der Oberfläche.“

Vorübergehende Erscheinung

Meistens handele es sich um eine vorübergehende Erscheinung, die durch Regenwasser nach einiger Zeit von selbst wieder verschwinde. Dennoch prüft der KOE derzeit in Zusammenarbeit mit dem für die Fassadensanierung verantwortlichen Architekten und der Sanierungsfirma den Umfang der Salzausblühung und eventuell notwendige Maßnahmen. „Wir gehen davon aus, dass die weißen Flecken zeitnah nicht mehr zu sehen sein werden“, so Draheim weiter.

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Sanierung des Wasserturms

Der markante Wasserturm im Bahnhofsviertel ist ein Rostocker Wahrzeichen. Um die historisch wertvolle Bausubstanz vor dem Verfall zu bewahren, hatte der Eigenbetrieb KOE das denkmalgeschützte Gebäude von 2018 bis 2025 für elf Millionen Euro aufwendig saniert. Der etwa 40 Meter hohe Turm wurde vollständig eingerüstet und die Fassade von losen Steinen befreit. Vor allem die farbigen Steine an der Fassade stellten eine besondere Herausforderung dar. Für die rund 50.000 beschädigten Steine musste farblich passender Ersatz hergestellt werden – und das wie vor mehr als 100 Jahren in einem Kohlebrandofen.

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