Sensation in München: Ur-Birne auf Biotopflächen entdeckt
Sensation: Ur-Birne in München nachgewiesen

In München sorgt eine botanische Entdeckung für Aufsehen: Auf Biotopflächen im Stadtgebiet wurden seltene Wild-Birnbäume nachgewiesen, die als Urform aller heutigen Birnensorten gelten. Die zart-weiße Blütenpracht, die derzeit auf den Flächen des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) im Münchner Westen und Norden zu bewundern ist, entpuppte sich nach einem Gen-Test als die ursprüngliche Wild-Birne Pyrus pyraster.

Gen-Test bestätigt Echtheit

„Die Gen-Tests waren notwendig, um sicher festzustellen, dass es sich um die ursprüngliche, gebietsheimische Form dieser besonderen Birnenart handelt“, erklärt Heinz Sedlmeier, Geschäftsführer des LBV München. „Nun haben wir Klarheit, und das ist wirklich eine tolle Nachricht.“ Die Wild-Birne ist die Mutter aller Speisebirnen – schon in der Antike entstanden aus ihr erste Zuchtformen.

Besondere Eigenschaften der Ur-Birne

Die Wild-Birne besitzt eine hohe Klimawandel-Resilienz und kommt als heimische Baumart sehr gut mit Hitze und Trockenheit zurecht. Sie trägt Dornen und kann über 200 Jahre alt werden – eine echte Ausnahme unter den Obstbaumarten. In München wird sie durch ein Artenhilfsprogramm des Referats für Klima- und Umweltschutz gefördert, das selten gewordene Arten erhalten und die biologische Vielfalt stärken soll.

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Phänomenale Menge in München

In ganz Bayern sind nur wenige Standorte der Wild-Birne bekannt. Umso erfreulicher ist es, dass auf einem LBV-Biotop rund 20 Bäume in phänomenaler Menge vorkommen. Der Naturschutzverein pflegt die Gehölze und gewinnt aus den Früchten autochthones Saatgut zur weiteren Vermehrung. „Im Gegensatz zu kultivierten Edelbirnen eignen sich die Wild-Birnen nicht zum Verzehr – sie sind klein, hart und pelzig“, so Sedlmeier. „Dafür sind sie wertvolle Lieferanten für neues Saatgut.“

Blütezeit und Bedeutung für Insekten

Die Ur-Birnen blühen voraussichtlich noch bis Ende April. Ihre üppige Blütenfülle bietet Insekten wie Hummelköniginnen, die im Frühjahr neue Völker gründen, früh im Jahr überlebenswichtige Nahrung. Mit den gewonnenen Samenkernen sollen bald neue Wild-Birnen an geeigneten Standorten in München blühen und die Biodiversität im Stadtgebiet weiter bereichern.

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