Salzlandkreis plant historische Partnerschaft mit namibischer Region Ohangwena
Salzlandkreis will Partnerschaft mit Namibia-Region eingehen

Historische Verbindungen führen zu neuer Partnerschaft

Der Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt plant den Aufbau einer offiziellen Partnerschaft mit der Region Ohangwena im südwestafrikanischen Namibia. Diese besondere Verbindung hat ihre Wurzeln in den letzten Jahren der Deutschen Demokratischen Republik, als etwa 400 Kinder und Jugendliche aus Namibia in der sogenannten „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt unterrichtet wurden.

Kreistag beschließt Vertiefung der Gespräche

In seiner jüngsten Sitzung hat der Kreistag des Salzlandkreises mehrheitlich beschlossen, die bereits laufenden Verhandlungen mit der namibischen Region zu intensivieren. Die Zustimmung kam vor allem von den Fraktionen der Christlich Demokratischen Union sowie dem Bündnis aus Sozialdemokratischer Partei Deutschlands, Bündnis 90/Die Grünen und Wählergemeinschaften. Allerdings wurde der Beschluss mit einer wichtigen Einschränkung gefasst: Auf Antrag der CDU darf für dieses Vorhaben kein Geld aus dem Kreishaushalt verwendet werden.

Uneinheitliche Positionen im Kreistag

Die Abstimmung im Kreistag zeigte unterschiedliche politische Haltungen zu dem geplanten Partnerschaftsprojekt. Während die Mitglieder der Alternative für Deutschland sich mehrheitlich der Stimme enthielten, kamen die fünf Nein-Stimmen aus den Reihen der Partei Die Linke sowie der Fraktion aus Freier Demokratischer Partei, Wählergemeinschaften und Freien Bürgern. Zuvor war ein Änderungsantrag von Silvia Ristow (Die Linke) gescheitert, die das Projekt unter den gegebenen Voraussetzungen noch nicht für beschlussreif hielt.

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„Eine solche Partnerschaft muss auch gelebt werden“, argumentierte Ristow während der Debatte und plädierte stattdessen zunächst für eine ausführliche Beratung in den zuständigen Fachausschüssen des Kreistages. Ihre Position unterstrich die Notwendigkeit, dass eine internationale Partnerschaft nicht nur auf dem Papier existieren, sondern mit konkreten Inhalten und Engagement gefüllt werden müsse.

Historischer Hintergrund der deutsch-namibischen Beziehungen

Die besondere Verbindung zwischen dem Salzlandkreis und Namibia geht auf die 1980er Jahre zurück, als in Staßfurt die „Schule der Freundschaft“ betrieben wurde. Diese Bildungseinrichtung nahm zunächst Kinder und Jugendliche aus Mosambik auf, später folgten Schülerinnen und Schüler aus Namibia. Diese historische Verbindung bildet nun die Grundlage für die geplante regionale Partnerschaft, die über rein symbolische Gesten hinausgehen und nachhaltige Beziehungen zwischen den beiden Regionen etablieren soll.

Die Entscheidung des Kreistages markiert einen wichtigen Schritt in der internationalen Ausrichtung des Salzlandkreises und unterstreicht das Interesse, historische Verbindungen in zukunftsorientierte Kooperationen zu überführen. Die weitere Entwicklung der Gespräche mit der Region Ohangwena wird nun zeigen, wie diese Partnerschaft mit Leben gefüllt werden kann, ohne dabei finanzielle Belastungen für den Kreishaushalt zu verursachen.

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