München – Hunderte kreischende Fans versammelten sich am Mittwochnachmittag vor dem Einkaufszentrum PEP in München-Neuperlach. Grund: Die Rapper Dardan (28) und Azet (33) hatten ihre Millionen Follower auf Instagram zu einem spontanen Treffen aufgerufen. Was folgte, waren chaotische Szenen, die die Polizei auf den Plan riefen.
Instagram-Story löst Massenauflauf aus
Alles begann, als Azet eine Instagram-Story postete und seine Fans für 17 Uhr zum PEP bestellte. Kurz darauf starteten die beiden Rapper einen Livestream auf YouTube und setzten sich in einen Porsche-Cabrio. Die Polizei, die den Livestream offenbar mitverfolgte, bereitete sich bereits auf einen Einsatz vor.
Spezialeinheit stoppt Rapper
Mehrere Fahrzeuge des Unterstützungskommandos (USK) stoppten den Porsche. Ein Polizist erklärte den Rappern, dass die Kontrolle mit dem „nachfolgenden Event“ zusammenhänge, und forderte sie auf, den Livestream zu beenden. Azet tat daraufhin unwissend: „Da ist doch kein Event. Ich treffe mich nicht mit Fans. Ich fahr‘ da hin, weil ich einfach da hinfahren will.“
Auf die Frage, ob es sich um einen Livestream handele, log Azet erneut: „Nein, das ist einfach eine Kamera.“ Angeblich könnten beide die Kamera nicht ausschalten. Ungläubig fragte der Polizist nach: „Was ist das denn für ein Video? Sie filmen sich nicht einfach so beim Autofahren?“ Azet antwortete: „Doch, wir sind Künstler.“ Der Beamte wies die Rapper auf eine mögliche Straftat hin: „Während der Kontrolle sprechen wir kein öffentliches Wort mit Ihnen … Wenn Sie das jetzt mitschneiden und verbreiten, machen Sie sich strafbar.“ Kurz darauf legte ein Helfer das Handy in den Fußraum des Autos.
Hunderte Fans blockieren Straße
Gegen 19.20 Uhr erreichte das Duo mit Polizeieskorte das PEP. Dort warteten bereits rund 700 Fans. Security und Polizei mussten den Porsche abschirmen, um die Menschenmenge im Zaum zu halten. Jeder wollte zu den Rappern vordringen. Chaotische Szenen und blockierte Straßen waren die Folge. Eine Augenzeugin sagte gegenüber BILD: „So was habe ich noch nie erlebt, das war Wahnsinn.“
Rapper filmt sich ohne Gurt
Als sich eine Lücke bot, raste der Porsche davon – die Fans rannten hinterher. Da Azet nicht angeschnallt war und während der Fahrt ein Handy hielt, droht ihm ein Bußgeld. Die Polizei prüft zudem, ob die Rapper die Einsatzkosten tragen müssen.
Rechtsanwältin Alexandra Markowitz schätzt den Fall ein: „Die Aufnahme dürfte nicht strafbar sein, da das aufgenommene Wort hier öffentlich ist. Bei einer Kontrolle auf einem Platz, an dem derart viele Passanten vorbeigehen, müssen die Beamten damit rechnen, von Dritten gehört zu werden. Zumal es sich nicht um ein geschlossenes Auto, sondern um ein Cabrio handelt.“
Ob die Rapper mit weiteren Konsequenzen rechnen müssen, bleibt abzuwarten. Die Polizei ermittelt.



