Der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis (CSU) tritt nach sechs Jahren im Amt zurück. Im Interview blickt er auf seine Amtszeit zurück und räumt ein, dass er einen bestimmten Satz heute nicht mehr sagen würde. Im Jahr 2024 war der Forstwirt bundesweit in die Schlagzeilen geraten, als er bei der Sendung „Markus Lanz“ erklärte, jeder Bürgermeister, der sein Dorf „flüchtlingsfrei“ halten könne, sei ein „Held“. Diese Aussage stieß auf heftige Kritik.
Rückblick auf die umstrittene Äußerung
Von Löwis betont, dass er die damalige Wortwahl heute bereut. Er habe damit nicht die Flüchtlingspolitik an sich kritisieren wollen, sondern die Überforderung vieler Gemeinden. Die Bürgermeister hätten in einer schwierigen Situation gestanden und oft keine Unterstützung erhalten. Dennoch sei der Begriff „flüchtlingsfrei“ unglücklich gewesen und habe falsche Signale gesendet.
Bilanz nach sechs Jahren
Der Landrat zieht eine gemischte Bilanz. Positiv hebt er den Ausbau der Kinderbetreuung und die Digitalisierung der Verwaltung hervor. Kritisch sieht er die mangelnde finanzielle Ausstattung der ländlichen Regionen. Die Flüchtlingskrise habe viele Gemeinden an ihre Grenzen gebracht, aber auch zu mehr bürgerschaftlichem Engagement geführt.
Von Löwis‘ Rücktritt erfolgt aus persönlichen Gründen. Er möchte sich künftig wieder mehr seiner Familie und seinem Beruf als Forstwirt widmen. Die Nachfolge soll noch in diesem Jahr geregelt werden.



