Rentenreform wird konkret: 33 Vorschläge für Merz
Eine Expertenkommission hat Bundeskanzler Merz 33 Vorschläge zur Rentenreform vorgelegt. Die Reform soll zügig umgesetzt werden. Doch was bedeutet das für Rentner, Beitragszahler und alle, die noch Jahrzehnte arbeiten müssen? Top-Ökonomen beantworten die drängendsten Fragen der BILD-Leser – von Migranten in der Rentenkasse über Witwen- und Waisenrente, Minijobs von Müttern, Börsen-Crashs bis zum Arbeiten bis 68.
Deutsche sterben früher – warum länger arbeiten?
Eine zentrale Frage der Leser: „Wir sterben früher als andere EU-Bürger, warum sollen wir länger arbeiten?“ Laut Statistik liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei 81,1 Jahren, während der EU-Durchschnitt bei 81,5 Jahren liegt. Dennoch plant die Kommission, das Renteneintrittsalter schrittweise auf 68 Jahre anzuheben. Die Ökonomen argumentieren, dass die höhere Lebenserwartung in anderen Ländern mit längeren Arbeitszeiten einhergehe. „Wir müssen das System anpassen, um die Rentenfinanzen zu sichern“, so ein Kommissionsmitglied.
Migranten in der Rentenkasse
Ein weiterer Punkt: die Rolle von Migranten. Die Kommission schlägt vor, dass Migranten schneller in die Rentenversicherung einzahlen sollen. „Wer hier arbeitet, soll auch einzahlen – das entlastet die Kasse“, erklärt ein Experte. Aktuell zahlen nur etwa 60 Prozent der Migranten in die gesetzliche Rentenversicherung ein, während der Rest über andere Systeme abgesichert ist.
Witwen- und Waisenrente, Minijobs von Müttern
Die Witwen- und Waisenrente soll reformiert werden: Statt einer pauschalen Kürzung soll die Höhe künftig stärker an die Beitragsjahre des Verstorbenen gekoppelt werden. Bei Minijobs von Müttern plant die Kommission eine bessere Anerkennung von Erziehungszeiten. „Minijobs sollen künftig stärker rentenwirksam werden“, so ein Ökonom. Das betrifft vor allem Frauen, die nach der Geburt in Teilzeit arbeiten.
Börsen-Crashs und Altersvorsorge
Die Kommission warnt vor zu großen Risiken durch Aktien: „Ein Börsen-Crash darf die Rente nicht gefährden.“ Daher sollen private Vorsorgeprodukte stärker reguliert werden. Gleichzeitig wird eine staatlich geförderte Aktienrente geprüft, die aber mit Sicherheitsmechanismen versehen sein soll.
Arbeiten bis 68 – die konkreten Pläne
Das Renteneintrittsalter soll bis 2040 schrittweise auf 68 Jahre steigen. Wer früher in Rente gehen will, muss mit Abschlägen rechnen. „Das ist notwendig, weil die Lebenserwartung steigt und die Babyboomer in Rente gehen“, erklärt die Kommission. Allerdings gibt es Ausnahmen für besonders belastende Berufe.
Die Reform soll noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. Weitere Details zu den 33 Vorschlägen finden Sie bei BILDplus.



