Bärbel Bas, geboren am 3. Mai 1968 in Duisburg-Walsum, ist eine der einflussreichsten Politikerinnen der SPD. Von Oktober 2021 bis 2025 war sie Bundestagspräsidentin – das zweithöchste Amt im Staat nach dem Bundespräsidenten. Heute bekleidet sie im Kabinett von Friedrich Merz das Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales und ist gemeinsam mit Lars Klingbeil Co-Vorsitzende der SPD.
Herkunft und Privatleben
Bas wuchs in einer Arbeiterfamilie mit fünf Geschwistern auf. Sie lebt bis heute in Duisburg. 2020 starb ihr Ehemann Siegfried Ambrosius, langjähriger Leiter der SPD-Geschäftsstelle in Duisburg. Das Paar war 15 Jahre zusammen und seit 2015 verheiratet. Bas hat keine Kinder. Zu ihren Hobbys zählen Wandern, Natur und Fitness. Sie isst gern Currywurst mit Pommes und Mayo, liest Horror-Romane und fährt Motorrad – eine Harley-Davidson, auch wenn diese Leidenschaft laut ihrer Website aktuell ruht. Zudem ist sie Fußballfan und hört deutsche Punk-Bands wie „Die Toten Hosen“ und „Die Ärzte“.
Beruflicher Werdegang
Nach der Hauptschule begann Bas als Bürogehilfin bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG), nachdem ihr Plan, technische Zeichnerin zu werden, scheiterte. Sie engagierte sich als Jugendvertreterin und später als Betriebsrätin. Anschließend wechselte sie zur Betriebskrankenkasse der DVG, absolvierte eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten und stieg zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden auf. Nach einem Studium im Personalmanagement übernahm sie 2007 die Leitung der Personalabteilung. 2009 zog sie als Abgeordnete in den Bundestag ein. Ihr Arbeitsverhältnis ruht aktuell ohne Bezüge.
Politische Karriere bei der SPD
1988 trat Bas in die SPD ein. Sie begann in der Kommunal- und Landespolitik in Nordrhein-Westfalen und engagierte sich in den Bereichen Gesundheit und Soziales. 1990 übernahm sie den Vorsitz des JuSo-Unterbezirksvorstands in Duisburg. Bis heute ist sie Mitglied im Unterbezirksvorstand der Duisburger SPD.
2009 zog sie erstmals in den Bundestag ein und wurde Mitglied im Gesundheitsausschuss. Sie profilierte sich gesundheitspolitisch, stieg zur Parlamentarischen Geschäftsführerin und dann zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden auf. Nach der Bundestagswahl 2021 – sie gewann ihr Direktmandat in Duisburg I mit 40,3 Prozent der Erststimmen – schlug die SPD sie als Bundestagspräsidentin vor. Am 26. Oktober 2021 erhielt sie 576 von 724 Stimmen und folgte auf Wolfgang Schäuble (CDU).
Aufstieg zur Arbeitsministerin und Parteichefin
Bei der Bundestagswahl 2025 verteidigte Bas ihr Direktmandat für die geschwächte SPD. Nach den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD übernahm sie das Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Am 27. Juni 2025 wurde sie mit 95 Prozent der Stimmen zur Co-Parteivorsitzenden gewählt – ein überragendes Ergebnis im Vergleich zu Co-Chef Lars Klingbeil, der nur 64,9 Prozent erhielt.
Politische Schwerpunkte
Bas setzt sich für eine gerechte Gesundheitsversorgung und umfassende soziale Sicherung ein. Sie fordert flächendeckende, gleichberechtigte Gesundheitsstrukturen und Maßnahmen für sozialen Ausgleich und Chancengleichheit, besonders in Bildung und Gesundheit. Sie ist Schirmherrin des Malteser Hospizes St. Raphael in Duisburg und sitzt im Stiftungsrat der Stiftung Humanitäre Hilfe für HIV-Infizierte durch Blutprodukte.
„Mit vollem Einsatz und großer Ausdauer kämpfe ich daher dafür, das Leben der Duisburgerinnen und Duisburger besser zu machen. Ich will etwas für die Menschen in meiner Stadt erreichen“, erklärt Bas auf ihrer Website. „Ich stehe für eine moderne Politik und einen starken Sozialstaat. Mein Motto: Politik, die DU sagt.“
Herausforderungen als Bundestagspräsidentin
In ihrer Amtszeit setzte sich Bas für die umstrittene Wahlrechtsreform zur Verkleinerung des Bundestages ein, die breite Zustimmung fand. Sie agierte überparteilich und kritisierte die von der SPD geführte Bundesregierung für unzureichendes Antwortverhalten auf Anfragen und hastig eingebrachte Gesetzesentwürfe. Zudem wirkte sie den zunehmenden Spannungen in Debatten entgegen und bemühte sich um einen respektvollen und sachlichen Ton. Ihr Ruf: eine ruhige, entschlossene und neutrale Moderatorin.



