Festnahme zweier Jugendlicher nach versuchtem Brandanschlag
Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ festnehmen lassen. Den Deutschen im Alter von 16 und 17 Jahren werden versuchter Mord, versuchte Brandstiftung mit Todesfolge und versuchte schwere Brandstiftung in Mittäterschaft vorgeworfen. Die Festnahmen erfolgten in Thüringen, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Beide Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.
Tathergang: Versuchter Brandanschlag in Schmölln
Anfang Januar 2025 sollen die Jugendlichen gemeinsam mit Komplizen versucht haben, eine bewohnte Asylbewerberunterkunft in Schmölln im thüringischen Landkreis Altenburger Land in Brand zu setzen. Laut Bundesanwaltschaft schlug die Gruppe ein Fenster ein und versuchte, mit einer Feuerwerksbatterie entzündete Pyrotechnik in das Gebäude zu schießen. Ein Feuer brach jedoch nicht aus.
Vorwürfe: Unterstützung einer terroristischen Vereinigung
Die Beschuldigten stehen im dringenden Verdacht, als Jugendliche mit Verantwortungsreife eine inländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben. Beamte des Bundeskriminalamts nahmen sie am Mittwoch und Donnerstag im Landkreis Altenburger Land und in Gera fest. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs setzte Haftbefehle in Vollzug.
Hintergrund: Die „Letzte Verteidigungswelle“
Die Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ steht seit längerem im Fokus der Bundesanwaltschaft. Bereits im Mai 2025 wurden fünf mutmaßliche Anhänger im Alter von 14 bis 21 Jahren festgenommen, drei weitere saßen zuvor in Untersuchungshaft. Alle acht stehen mittlerweile vor dem Oberlandesgericht Hamburg. Mitte März 2025 führte die Bundesanwaltschaft eine bundesweite Razzia gegen die Gruppe durch.
Ideologie und Ziele der Terrorgruppe
Die „Letzte Verteidigungswelle“ versteht sich laut Bundesanwaltschaft als letzte Instanz zur Verteidigung der „deutschen Nation“. Ihr Ziel war es, durch Gewalttaten gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems herbeizuführen. Geplant waren Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen. In einem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom Juli 2025 heißt es, die Mitglieder planten, „einen Rassenkrieg auszulösen, bei dem zum Erhalt der ‚weißen Rasse‘ eine Gewaltspirale von Reaktion und Gegenreaktion in Gang gesetzt werden sollte, um im Ergebnis die liberale Demokratie zu beseitigen.“ In sozialen Medien sollen sie rassistische und antisemitische Nachrichten verbreitet und das „Dritte Reich“ glorifiziert haben.



