ZDF gibt Unterlassungserklärung nach Musk-Abmahnung ab
ZDF gibt Unterlassungserklärung nach Musk-Abmahnung ab

ZDF reagiert auf Abmahnung von Elon Musk

Der Anwalt von Tech-Milliardär Elon Musk hat das ZDF wegen dessen Berichterstattung über die ausländerfeindlichen Proteste in Nordirland abgemahnt. Der Sender bestätigte auf Anfrage des Tagesspiegels, dass er eine Unterlassungserklärung abgegeben habe. Hintergrund ist eine Anmoderation in der Sendung „ZDFheute live“ vom 12. Juni 2026, in der es hieß: „Ein brutaler Mordversuch auf offener Straße in Belfast. Jemand filmt. Das Video geht viral. Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten. Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist sowie der Tech-Milliardär Elon Musk.“

ZDF entfernt umstrittene Passage

Das ZDF teilte mit, die fragliche Passage in der Anmoderation sei entfernt worden. Bereits am Samstag habe der Sender die Sendung mit einem korrigierenden Transparenzhinweis versehen. Zuvor hatte die „Welt“ über die Abmahnung berichtet, nachdem Musk selbst rechtliche Schritte angekündigt hatte: „Gegen das ZDF wird wegen seiner ungeheuerlichen Lügen rechtlich vorgegangen“, schrieb er auf seinem Onlinedienst X. Anwalt Joachim Steinhöfel bestätigte den Vorgang der Deutschen Presse-Agentur.

Vorwürfe des Anwalts

In dem Schreiben des Anwalts an das ZDF heißt es laut „Welt“: „Die Behauptung, unser Mandant habe zu einer ,Jagd auf Migranten‘ durch einen ,rassistischen Mob‘ aufgerufen, ist offensichtlich unwahr.“ Es werde eine „ehrabschneidende und verleumderische Unterstellung“ kritisiert und ein „drastischer Verstoß gegen journalistische Grundsätze“ gesehen. Musk hatte vergangene Woche auf X Beiträge des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson und des Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Restore UK, Rupert Lowe, weiterverbreitet und damit die Proteste angeheizt. Er schrieb an seine 240 Millionen Follower: „Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern.“

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Reaktionen und Hintergründe

Der Publizist Julian Reichelt, Chefredakteur des Portals „Nius“, bezeichnete das ZDF als „Festung der Lügen“ und warf dem Sender „Propaganda-Lügen“ vor. Er veröffentlichte auf X ein Foto einer mutmaßlichen ZDF-Antwort, in der die Formulierung als „unpräzise und dadurch missverständlich“ eingestuft wird. Reichelt forderte die „Zerschlagung“ des ZDF. Musk kündigte daraufhin rechtliche Schritte an. In der Nähe von Belfast war es seit vergangener Woche zu gewalttätigen ausländerfeindlichen Protesten gekommen, bei denen die Polizei mit Wasserwerfern vorging und Fahrzeuge sowie Häuser in Brand gesetzt wurden. Auslöser war ein Video eines brutalen Messerangriffs, für den ein sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht wird.

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