WM-Chaos in Philadelphia: 132 Minuten Unterbrechung nach Unwetter
WM-Chaos: 132 Minuten Unterbrechung nach Unwetter

Das längste Spiel der WM-Geschichte endete mit einem 3:0-Sieg Frankreichs gegen den Irak, doch im Fokus stand das Wetterchaos. Wegen Starkregens und Blitzgefahr wurde die Partie im Lincoln Financial Field in Philadelphia für 132 Minuten unterbrochen. Fans mussten die Tribünen räumen, selbst ARD-Kommentator Tom Bartels und Experte Thomas Hitzlsperger verließen ihre Plätze.

Unwetter zwingt zu Evakuierung

Bereits vor dem Anpfiff gab es Warnungen vor heftigen Gewittern, Hochwasser und Tornados. Der Einlass verzögerte sich um 45 Minuten. In der 37. Minute setzte starker Regen ein, die erste Halbzeit wurde noch zu Ende gespielt. In der Pause forderten die Veranstalter die Zuschauer auf, das Stadion zu verlassen und Schutz zu suchen. Eine Fifa-Sprecherin teilte mit, dass die Halbzeit um mindestens 15 Minuten verlängert werde.

Die strengen Sicherheitsregeln in den USA schreiben vor: Wird im Umkreis von acht Meilen (13 Kilometer) ein Blitz registriert, wird das Spiel automatisch für mindestens 30 Minuten unterbrochen. Bei jedem weiteren Blitz verlängert sich die Pause um 30 Minuten. Insgesamt dauerte die Unterbrechung 132 Minuten.

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Mbappé glänzt nach langer Pause

Nach 102 Minuten in den Katakomben kehrten die Spieler zurück, wärmten sich eine halbe Stunde auf. Um 2:01 Uhr deutscher Zeit ging es weiter. Kylian Mbappé (27) hatte bereits in der 14. Minute das 1:0 erzielt, legte in der 54. Minute nach. Ousmane Dembélé traf zum 3:0 (66.). Schiedsrichter Drew Fischer pfiff das Spiel um 2:48 Uhr ab – fast vier Stunden nach Anpfiff. Länger lief nie ein WM-Spiel.

Bartels berichtete: „Was man sagen kann, ist, dass hier alle sehr entspannt mit der Situation umgegangen sind. Wir waren in den Gängen, haben mit den Zuschauern sprechen können. Es war sehr relaxt.“ Hitzlsperger ergänzte: „Ich glaube, dass die Betreiber hier gar nicht unglücklich sind, dass die Menschen hier länger im Umlauf sind, noch mehr konsumieren, Bier kaufen und sonstiges. Die Leute nehmen alles mit Fassung.“

Vergleich mit Klub-WM

Bereits bei der Klub-WM im Vorjahr waren in den USA sechs Spiele wegen Unwettern unterbrochen worden, die Pausen dauerten zwischen 40 Minuten und zwei Stunden. Auch diesmal blieb das Stadion unbeschadet, obwohl ein Gang unter Wasser stand. Frankreich trotzte der langen Unterbrechung und feierte einen souveränen Sieg.

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