US-Präsident Donald Trump hat persönlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen, um die Aufhebung der Roten Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zu erwirken. Das berichten übereinstimmend „The Athletic“ und die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben die Information bislang offiziell kommentiert.
Der Fußball-Weltverband hatte am Sonntag überraschend mitgeteilt, dass Baloguns Sperre nach der Roten Karte beim 2:0-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina aufgehoben sei. Der 25-Jährige kann damit am Dienstag im Achtelfinale in Seattle gegen Belgien auflaufen. Trump dankte der FIFA auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social: „Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“
Belgien reagiert mit Erstaunen und prüft Optionen
Der belgische Verband reagierte mit „Erstaunen“ auf die plötzlich erlassene Sperre und schloss weitere Konsequenzen nicht aus. In einer Stellungnahme am Sonntag hieß es: „Um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und die Grundprinzipien des Fair Play zu schützen, prüft der belgische Verband alle Optionen.“ Die Partie zwischen den USA und Belgien wird am Dienstag um 2.00 Uhr (ARD und MagentaTV) angepfiffen.
Norwegen wirft Brasilien aus dem Turnier – Neymar tritt zurück
Norwegen hat Brasilien im Achtelfinale mit 2:1 (0:0) besiegt und steht erstmals in der Historie in einem WM-Viertelfinale. Zwei späte Tore von Erling Haaland in der 79. und 90. Minute entschieden die Partie. Altstar Neymar verkürzte in der Nachspielzeit per Foulelfmeter (90.+10). „Es gab schon einige Höhepunkte in diesem Turnier von mir. Das war heute ein weiterer Höhepunkt. Wenn ich eine oder zwei Chancen habe, dann treffe ich meistens. Das ist einfach das, was ich mache“, sagte Haaland nach dem Spiel. Für den 25-Jährigen, der früher für Borussia Dortmund spielte, waren es die Turniertore sechs und sieben.
Nach der Niederlage verkündete Neymar seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. „Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht. Jetzt ist es zu Ende“, sagte der 34-Jährige dem TV-Sender Globo. Der einstige Topstürmer des FC Barcelona und von Paris Saint-Germain bestritt insgesamt 130 Länderspiele und ist Rekordtorschütze Brasiliens vor Pelé.
WM-Spiel Mexiko gegen England wegen Wetter verschoben
Der Achtelfinal-Kracher zwischen Mitgastgeber Mexiko und England wird wegen der Wetterbedingungen in Mexiko-Stadt um eine Stunde verschoben. Neue Anstoßzeit ist 19.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MESZ/MagentaTV). „Die Sicherheit aller Beteiligten hat für die FIFA oberste Priorität“, hieß es im Live-Ticker des Weltverbandes.
Viagra für Englands Profis? Thomas Tuchel stellt klar
Thomas Tuchel hat bei seiner Pressekonferenz im Aztekenstadion Gerüchte über die Einnahme von Viagra durch seine englischen Spieler zurückgewiesen. Die britische Boulevardzeitung „The Sun“ hatte berichtet, dass Viagra nicht auf der Dopingliste stehe und durch die Senkung des Blutdrucks in der Lunge den in großen Höhen auftretenden Ermüdungsgefühlen und Schwindel entgegenwirke. Tuchel sagte amüsiert: „Diese Information hat mich nicht erreicht. Das ist nicht wahr.“
Kap Verde feiert WM-Helden bei Rückkehr in die Heimat
Nach ihrem WM-Märchen ist die Fußball-Nationalmannschaft Kap Verdes bei der Rückkehr in die Heimat überschwänglich gefeiert worden. Zehntausende waren laut Medien bei der Ankunft des Teams um Torwart Vozinha am Flughafen dabei und begleiteten die Mannschaft auf ihrem Weg durch die Straßen. Jubelnde Fans schlugen auf Trommeln, tanzten und schwenkten die Nationalflagge.
Schweiz mühelos ins Achtelfinale – Hasskommentare nehmen zu
Die Schweiz hat sich im Sechzehntelfinale mit 2:0 (1:0) gegen Algerien durchgesetzt und trifft nun im Achtelfinale auf Kolumbien oder Ghana. Der Schweizerische Fußballverband sieht sich jedoch vermehrt mit Hasskommentaren in den sozialen Medien konfrontiert. „Leider können wir inzwischen abschätzen, wann die Gefahr einer Häufung solcher niederträchtigen Kommentare steigt“, sagte ein Medienverantwortlicher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Vor allem nach dem enttäuschenden Auftakt beim 1:1 gegen Katar habe es so viele diskriminierende Nachrichten gegeben, dass die Kommentarfunktion deaktiviert worden sei.
Die FIFA hatte mitgeteilt, dass rassistische Kommentare während der WM zugenommen haben. Elf Prozent aller als beleidigend eingestuften Beiträge seien rassistisch – ein Zuwachs um drei Prozent im Vergleich zur WM 2022. 1.000 Accounts wurden an Strafverfolgungsbehörden gemeldet.
Frankreich und Marokko im Viertelfinale – Matthäus kritisiert Nagelsmann
Topfavorit Frankreich hat sich mit 1:0 (0:0) gegen Paraguay durchgesetzt und trifft im Viertelfinale auf Marokko. Kylian Mbappé erzielte per Elfmeter das entscheidende Tor (70. Minute) und kommt damit auf 19 WM-Treffer – nur noch ein Tor hinter Rekordhalter Lionel Messi. Marokko hatte zuvor Co-Gastgeber Kanada mit 3:0 (0:0) besiegt und steht ebenfalls im Viertelfinale.
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kritisierte nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft Bundestrainer Julian Nagelsmann scharf. Das gesamte Projekt sei „krachend gescheitert“, schrieb der 65-Jährige in der „Bild“. Die Mannschaft habe „keine Führung auf dem Platz, keine spielerische Qualität, kein gutes Abwehrverhalten, kein Miteinander. Das war ein reiner Hühnerhaufen.“ Nagelsmann war nach dem Aus in der ersten K.o.-Runde gegen Paraguay zurückgetreten. Nachfolger soll Jürgen Klopp werden. „Mit Klopp als Bundestrainer würde im deutschen Fußball ein anderer Wind wehen“, prognostizierte Matthäus.



