WM 2026: Trump soll Fifa-Chef wegen Balogun-Sperre angerufen haben
WM 2026: Trump rief Infantino wegen Balogun an

Ein beispielloser Vorgang erschüttert die Fußball-Weltmeisterschaft 2026: US-Präsident Donald Trump soll direkt bei Fifa-Präsident Gianni Infantino interveniert haben, um eine Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun für das Achtelfinale gegen Belgien aufzuheben. Dies berichteten am Sonntag übereinstimmend „The Athletic“ und die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Weder die Fifa noch das Weiße Haus haben die Vorwürfe bislang kommentiert.

Trump feiert Entscheidung auf Truth Social

Die Fifa hatte zuvor überraschend mitgeteilt, dass Balogun trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina am Dienstag im Lumen Field in Seattle auflaufen darf. Trump reagierte umgehend auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social: „Vielen Dank an die Fifa, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“ Den Beitrag unterzeichnete er mit „Präsident DONALD J. TRUMP“. Der 80-jährige Republikaner war bislang bei keinem WM-Spiel vor Ort, wird aber zum Endspiel am 19. Juli in East Rutherford erwartet.

Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp zeigte sich bei MagentaTV entsetzt: „Wenn das wirklich Trump und Infantino ausgemacht haben, das ist verrückt.“ Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich kritisierte die fehlende Transparenz: „Das Interessante ist in der Tat, dass wir keine Begründung haben. Es wird irgendwann eine nachgeliefert und am Ende wissen wir nicht, worum es geht.“

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Rote Karte war nach VAR-Überprüfung bestätigt

Der Platzverweis gegen Balogun war während der Partie in Santa Clara nach Überprüfung durch den Video Assistant Referee (VAR) ausgesprochen worden. Der Stürmer hatte beim 2:0-Sieg der USA das Führungstor erzielt (45. Minute) und sah in der 64. Minute die Rote Karte für einen Tritt gegen Tarik Muharemovic. US-Trainer Mauricio Pochettino bezeichnete die Entscheidung von Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien bereits zuvor als klaren Fehler. „Ich denke, wir müssen feiern, dass das eine faire Entscheidung ist, uns nicht noch mehr zu bestrafen. Das war schon genug“, sagte der Argentinier auf der Pressekonferenz in Seattle.

Fifa beruft sich auf Artikel 27 des Disziplinarreglements

Als Begründung für die Aufhebung der Sperre verwies die Fifa auf Artikel 27 ihres Disziplinarreglements. Dieser erlaubt es, die Durchführung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise auszusetzen. Baloguns Sperre wurde für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Sollte der Angreifer in dieser Zeit „einen weiteren Verstoß gleicher Art und Schwere“ begehen, wird die Sanktion vollstreckt. Bereits im Vorjahr war bei Portugals Superstar Cristiano Ronaldo nach einer Roten Karte im Qualifikationsspiel gegen Irland Artikel 27 angewandt worden. Damals wurde Ronaldo für eine Partie gesperrt, die weiteren zwei Spiele zur Bewährung ausgesetzt. Der Unterschied: Bei Ronaldo wurde die Sperre nur verkürzt, bei Balogun de facto aufgehoben.

Balogun (AS Monaco) ist mit drei Toren der erfolgreichste Angreifer der USA und gilt als gesetzt für das Achtelfinale. Rund 70.000 Fans werden im Lumen Field erwartet.

Belgien reagiert empört – Trainer spricht von Aprilscherz

Die belgische Nationalmannschaft reagierte mit Fassungslosigkeit. Verbandspräsident Rudi Garcia erklärte in einem Statement: „Wir verteidigen nicht Belgien, wir verteidigen den Fußball. Das ist das erste Mal in der WM-Geschichte, dass so eine Entscheidung getroffen wird.“ Er musste rund 30 Stunden vor Anpfiff seine Spielvorbereitung überarbeiten. „Ich wusste nicht, dass der 5. Juli bei der WM wie der 1. April ist. Es klingt wie ein schlechter Scherz“, sagte Garcia. Von den US-Spielern war zu hören, dass manche die Nachricht zunächst für einen KI-generierten Fake hielten.

Belgiens Torhüter Thibaut Courtois beschränkte sich auf sportliche Kommentare und lobte die starke Offensive der USA. Es bleibt abzuwarten, ob das Duell mit den Belgiern um den alternden Mittelfeldstar Kevin De Bruyne von der Kontroverse überschattet wird. Patrick Ittrich resümierte: „Das ist in Teilen unerträglich, was da passiert.“ Die Integrität des Weltverbandes stehe infrage.

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