Waffenruhe im Nahen Osten auf dem Prüfstand: Angriffe trotz Vereinbarung
Waffenruhe im Nahen Osten: Angriffe trotz Vereinbarung

Waffenstillstand unter Beschuss: Neue Angriffe trotz Vereinbarung

Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, obwohl die Vereinigten Staaten und der Iran einen zweiwöchigen Waffenstillstand vereinbart haben. Israel setzt seine Angriffe auf die Hisbollah im Libanon fort, und auch aus dem Iran sowie von arabischen Nachbarstaaten werden weiterhin Explosionen und Anschläge gemeldet. Diese Entwicklungen werfen die entscheidende Frage auf: Wie stabil ist die vereinbarte Waffenruhe wirklich?

Experten analysieren die anhaltenden Kampfhandlungen

Der Terrorismus-Experte Peter Neumann vom King's College London nennt drei mögliche Gründe für die fortgesetzten Angriffe:

  • Die Information über den Waffenstillstand hat noch nicht alle Einheiten der iranischen Revolutionsgarden erreicht.
  • Der Iran fühlt sich nicht an die Vereinbarung gebunden, solange Israel seine Militäroperationen im Libanon fortsetzt.
  • Der Waffenstillstand wird von iranischer Seite möglicherweise doch nicht vollständig akzeptiert.

Politikwissenschaftler Thomas Jäger von der Universität zu Köln betont hingegen: „Mit einzelnen Angriffen ist die Waffenruhe nicht gescheitert, das kann aus vielen Gründen kurz nach der Verkündung vorkommen.“ Er verweist auf mögliche Kommunikationsprobleme innerhalb der Truppen oder divergierende Interessen verschiedener Akteure.

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Realistische Aussichten für die Friedensverhandlungen

Die entscheidende Frage bleibt, ob der Waffenstillstand die geplanten zwei Wochen halten kann. „Schwer zu sagen“, erklärt Jäger und fügt hinzu: „Das hängt davon ab, welche Signale aus den Verhandlungen kommen, die am Freitag beginnen sollen.“ Allerdings hält er eine dauerhafte Friedenslösung innerhalb dieses kurzen Zeitrahmens für unwahrscheinlich.

Der Experte erinnert daran, dass das Nuklearabkommen von 2015 über zwei Jahre verhandelt wurde: „Die Forderungen beider Seiten liegen meilenweit auseinander und manche widersprechen sich. In zwei Wochen ist das nicht zu machen.“ Die tiefgreifenden Differenzen zwischen den USA, Israel und dem Iran stellen somit eine erhebliche Hürde für nachhaltige Friedensbemühungen dar.

Die Experten im Profil

Peter Neumann ist Professor für Security Studies am renommierten King's College London und gilt als anerkannter Experte für Terrorismus- und Extremismusforschung. Vor seiner akademischen Karriere arbeitete er als Rundfunkjournalist und ist Autor mehrerer Fachpublikationen.

Thomas Jäger lehrt als Professor für internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln. Ein Schwerpunkt seiner Forschung liegt in der Analyse der deutschen und US-amerikanischen Außenpolitik sowie internationaler Konfliktlösungsmechanismen.

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