G7-Außenministertreffen: Wadephul sucht Entspannung nach US-Kritik
Im Rahmen des G7-Außenministertreffens in der Nähe von Paris hat sich Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) um eine Entspannung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses bemüht. Dies erfolgte nach heftiger Kritik aus den USA bezüglich der deutschen und europäischen Haltung zum Iran-Krieg. Bei einem bilateralen Gespräch mit seinem US-Kollegen Marco Rubio betonte Wadephul die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit angesichts der geopolitischen Herausforderungen.
Ernste Arbeitsatmosphäre bei den Beratungen
„Die Stimmung ist eine Arbeitsatmosphäre. Sie ist ernst, weil die Lage ernst ist“, erklärte Wadephul nach den ersten Beratungen mit Rubio im Kreis der G7-Außenminister. Der CDU-Politiker verwies dabei auf die enge Zusammenarbeit zwischen Iran und Russland, die eine noch stärkere Einheit der demokratischen Partner erforderlich mache. Die Runde hatte zuvor im Beisein von Rubio über die weitere Unterstützung der Ukraine diskutiert, wobei auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha an der Sitzung teilnahm.
Rubio war erst in der Nacht zum zweiten und letzten Tag des Treffens angereist, was die Dynamik der Gespräche beeinflusste. Zur „Gruppe der Sieben“ gehören neben Deutschland und den USA auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada. Wadephul räumte ein, dass die beiden Kriege in der Ukraine und im Iran eine erhebliche Belastung für die Wirtschaft, die Gesellschaften und den Zusammenhalt der Partner darstellen.
Deutsche Bereitschaft zur Sicherung des Schiffsverkehrs
In dem bilateralen Gespräch mit Rubio konnte Wadephul verdeutlichen, dass Deutschland bereit sei, nach Ende der Kampfhandlungen eine Rolle bei der Sicherung des Schiffsverkehrs in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu übernehmen. „Es gibt durchaus eine Bereitschaft Deutschlands, nach Ende der Kampfhandlungen auch eine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sicherzustellen“, sagte der Bundesaußenminister. Dieser Austausch solle in Zukunft vertieft werden.
Die US-Kritik war zuvor von Präsident Donald Trump geäußert worden, der Deutschland und europäischen Nato-Mitgliedern vorgeworfen hatte, in der für die globale Ölversorgung entscheidenden Straße von Hormus untätig geblieben zu sein. Trump hatte zudem kritisiert, dass deutsche Vertreter den Iran-Krieg als nicht ihren Krieg bezeichnet hätten, was er als sehr unangemessen bewertete. Wadephuls Gespräche mit Rubio zielten darauf ab, diese Spannungen zu reduzieren und die gemeinsame Basis der G7-Partner zu verbreitern.
Das Treffen diente auch dazu, über den Iran-Krieg am Nachmittag zu sprechen, wobei Wadephul betonte, dass die Partnerschaft angesichts der doppelten Herausforderungen durch die Kriege in der Ukraine und im Iran gestärkt werden müsse. Die G7-Außenminister arbeiten daran, trotz unterschiedlicher Positionen eine einheitliche Linie in diesen kritischen internationalen Fragen zu finden.



