Vor Nato-Gipfel: Türkei verschärft Repressionen gegen Regierungskritiker
Vor Nato-Gipfel: Türkei verschärft Repressionen

Die türkische Regierung bereitet sich intensiv auf den bevorstehenden Nato-Gipfel in Ankara vor und versucht, die Hauptstadt im besten Licht zu präsentieren. Dabei werden regierungskritische Stimmen unterdrückt, während die Stadtverwaltung kurzfristig Straßenschäden beseitigt und Taxifahrer angewiesen werden, mit Süßigkeiten bei Fahrgästen zu punkten. Dies berichten die Korrespondenten Şebnem Arsu und Anna-Sophie Schneider aus Istanbul und Hamburg.

Straßenschäden werden beseitigt

Anwohner in Ankara wundern sich über die plötzlich beseitigten Straßenschäden. In den Tagen vor dem Gipfel wurden Schlaglöcher gefüllt und Gehwege repariert, die zuvor monatelang vernachlässigt worden waren. Die Maßnahmen dienen offenbar dazu, den internationalen Gästen ein makelloses Bild der Stadt zu bieten.

Taxifahrer als Botschafter

Taxifahrer wurden aufgefordert, besonders höflich zu sein und Süßigkeiten an Fahrgäste zu verteilen. Ein Taxifahrer, der anonym bleiben möchte, sagte: „Wir sollen die Gäste freundlich behandeln, aber viele von uns haben Angst, sich zu beschweren, weil die Regierung jeden kritischen Ton bestraft.“

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Regierungskritiker unerwünscht

Gleichzeitig verschärft die Regierung die Repressionen gegen Oppositionelle. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden in den vergangenen Wochen Dutzende Aktivisten und Journalisten festgenommen oder mit Verfahren überzogen. Die Behörden rechtfertigen dies mit Sicherheitsbedenken im Vorfeld des Gipfels.

Erdoğan-Show im Fokus

Präsident Recep Tayyip Erdoğan will den Gipfel nutzen, um sich als starker Führer der Nato zu präsentieren. Kritiker sehen darin eine Inszenierung, die von innenpolitischen Problemen ablenken soll. Die türkische Wirtschaft leidet unter hoher Inflation, und die Opposition wirft der Regierung vor, die Meinungsfreiheit einzuschränken.

Der Nato-Gipfel in Ankara findet am 10. und 11. Juli 2026 statt. Erwartet werden Staats- und Regierungschefs aus allen 32 Mitgliedsländern.

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