Nach schweren Vergewaltigungsvorwürfen gegen den prominenten demokratischen US-Senatskandidaten Graham Platner haben führende Vertreter seiner Partei auf seinen sofortigen Rückzug gedrängt. Die Anschuldigungen gegen den 41-jährigen Politiker aus Maine seien „unglaublich verstörend – Gewalt, Missbrauch und sexuelle Übergriffe sind völlig inakzeptabel“, erklärten der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, und die Vorsitzende des Senats-Wahlkomitees, Kirsten Gillibrand, am Montag (Ortszeit). Platner müsse sich zurückziehen und Platz für eine neue Kandidatur machen.
Platner galt als Hoffnungsträger der Demokraten
Platner hatte sich im Juni bei der Vorwahl für die Kongresswahlen im November als Herausforderer für die amtierende republikanische Senatorin Susan Collins durchgesetzt. Der Ex-Elitesoldat und Austernzüchter wurde von prominenten Demokraten des linken Flügels unterstützt, darunter vom langjährigen Senator und früheren Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders. Er galt bislang als Hoffnungsträger, der mit seinem steilen politischen Aufstieg und unverblümten Ansagen an das Establishment sogar mit dem republikanischen Präsidenten Donald Trump verglichen wurde.
Bereits in der Vergangenheit war Platner wegen mehrerer mutmaßlicher Verfehlungen in die Schlagzeilen geraten. Der „New York Times“ sagte er, er habe sich „viel zu oft mit Alkohol selbst behandelt“ und sei „weit davon entfernt, ein perfekter Freund“ in einer Beziehung zu sein.
Neue Vorwürfe einer früheren Bekannten
Zunächst berichtete „Politico“ über den Vorwurf einer 41-jährigen früheren Bekannten Platners, dass er sie im Jahr 2021 zum Sex gezwungen habe. Er sei unaufgefordert und betrunken in ihr Haus gekommen und habe sich an ihr vergangen. Die Betroffene bekräftigte ihren Vorwurf auch in einem TV-Interview beim Sender CNN.
Platner wies die Anschuldigungen in einem Video auf der Plattform X zurück und bezeichnete diese als „beunruhigend, schwerwiegend und falsch“. Er werde sich jetzt Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was das Beste für den US-Bundesstaat Maine sei.
Parteiführung fordert Konsequenzen
Die Forderung nach einem Rückzug kommt von höchster Stelle der Partei. Schumer und Gillibrand machten deutlich, dass Platner nicht länger als Kandidat tragbar sei. Die Vorwürfe seien „unglaublich verstörend“, und die Partei stehe für klare Werte gegen Gewalt und Missbrauch. Platner müsse sich zurückziehen, um den Wahlkampf nicht weiter zu belasten.
Die Demokraten stehen nun vor der Herausforderung, einen Ersatzkandidaten zu nominieren, der gegen die republikanische Amtsinhaberin Susan Collins antreten kann. Die Wahlen im November gelten als richtungsweisend für die Mehrheitsverhältnisse im Senat.



