US-Präsident Donald Trump plant nach Angaben aus Regierungskreisen ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande des bevorstehenden Nato-Gipfels in der Türkei. Bei der für Mittwoch angesetzten Begegnung soll erörtert werden, wie der Krieg zwischen Russland und der Ukraine beendet werden könne, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter am Sonntag. Trumps Ankunft zu dem Gipfel wird am Dienstag erwartet. Zunächst ist ein Treffen mit dem türkischen Präsidenten und Gastgeber Recep Tayyip Erdogan geplant. Darüber hinaus will Trump nach Angaben des Weißen Hauses den syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa treffen und mit ihm eine Pressekonferenz abhalten.
Selenskyj warnt vor russischen Angriffen vor dem Gipfel
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara. In einer Warnung auf Facebook berief er sich auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes. „Das entspricht ganz (Kremlchef Wladimir) Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara“, sagte er. Russland wolle schlicht „noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten“. Die Vertreter der Nato kommen am Dienstag und Mittwoch in der türkischen Hauptstadt zusammen.
Gegenseitige Angriffe fordern Opfer und Schäden
Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden gesorgt. Der ukrainische Generalstab teilte auf Telegram mit, in der Nacht sei der russische Militärflughafen Gwardejskoje auf der besetzten Halbinsel Krim angegriffen worden. Das Ausmaß der Schäden sei vorerst nicht bekannt. Für das russische Militär gilt dieser Flughafen als wichtigster Stützpunkt auf der Krim. Daneben griffen ukrainische Streitkräfte wichtige Verkehrswege für den russischen Nachschub an. Unter anderem seien zwei Straßenbrücken im Donbass zerstört worden. Der Generalstab machte keine Angaben zu den dabei eingesetzten Waffen.
Russische Militärs nahmen am Nachmittag verschiedene Ziele in der ostukrainischen Großstadt Charkiw ins Visier. Bei Angriffen mit Drohnen und Raketen seien mindestens ein Mensch getötet und elf weitere verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit.
Trump bietet Vermittlung nach Gesprächen mit Putin und Selenskyj an
US-Präsident Donald Trump hat nach Gesprächen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Hilfe bei der Beendigung des Ukraine-Kriegs angeboten. In einem fast 90-minütigen Telefonat mit Putin habe Trump seine Bereitschaft bekräftigt, sich für ein schnelles Ende der Kämpfe einzusetzen, teilte der Kreml-Berater Juri Uschakow am Sonntag mit. Trump habe das Angebot im Zusammenhang mit seiner Teilnahme am Nato-Gipfel in der Türkei in der kommenden Woche gemacht. Selenskyj erklärte seinerseits am Samstag, er habe am US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli ein „sehr gutes Gespräch“ mit Trump geführt und an die „amerikanische Entschlossenheit“ appelliert, den Krieg zu beenden.
Putin und Selenskyj gratulieren den USA zum Jubiläum
Kremlchef Wladimir Putin hat den USA zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit gratuliert. Putin hob „zahlreiche ruhmreiche Kapitel“ in zweieinhalb Jahrhunderten der Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor. „Wir waren Verbündete in zwei Weltkriegen, haben gemeinsam die Menschheit von den Schrecken des Nationalsozialismus befreit und anschließend eine wichtige Rolle bei der Schaffung der Grundlagen der modernen Weltordnung gespielt“, schrieb Putin. Auch in der heutigen Welt trügen Russland und die USA als Atommächte eine besondere Verantwortung für die Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität auf globaler Ebene. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gratulierte wenig später ebenfalls und zog einen historischen Vergleich: So wie die Amerikaner ihre Unabhängigkeit erkämpft und verteidigt hätten, kämpfe nun die Ukraine um ihre Unabhängigkeit, Freiheit und das Recht ihrer Bürger auf Glück.
Ukraine weist russische Einnahme von Kostjantyniwka zurück
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Angaben aus Moskau zurückgewiesen, wonach russische Einheiten die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka eingenommen haben. Selenskyj erklärte am Samstag, die Stadt im Osten des Landes sei weiter unter ukrainischer Kontrolle. Das russische Militär hatte Präsident Wladimir Putin am Freitag die Einnahme der Stadt in der Industrieregion Donezk gemeldet – ein seit langem verfolgtes Ziel der russischen Führung. „Das ist natürlich nicht wahr. Es ist nur eine weitere russische Lüge“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Kostjantyniwka ist die südlichste von vier wichtigen Ortschaften, die eine Verteidigungslinie bilden. Diese Linie ist für die Ukraine wichtig, um russische Vorstöße in die Region Donezk abzuwehren.
Deutschland und EU unterstützen Ukraine
Kanzler Friedrich Merz telefonierte nach Angaben der Bundesregierung mit Selenskyj. Dieser informierte Merz über die Folgen der jüngsten russischen Luftangriffe auf Kiew und andere Teile der Ukraine. „Der Präsident dankte dem Bundeskanzler für die deutsche Unterstützung, insbesondere bei der Luftverteidigung.“ Merz bekräftigte, dass sich die Ukraine auf die Unterstützung Deutschlands verlassen könne. Die EU-Staaten verhängten Sanktionen gegen sechs Russen, die mit dem Tod des Kremlgegners Alexej Nawalny in Verbindung gebracht werden. Es handle sich um Wissenschaftler und Forscher im militärischen Bereich, die an der Entwicklung chemischer Waffen, insbesondere von Epibatidin, beteiligt gewesen seien, teilte der Rat der Europäischen Union mit. Ihre Vermögenswerte werden eingefroren, und sie dürfen weder direkt noch indirekt Gelder bereitgestellt bekommen.



