Fifa-Skandal: Trump und Infantino – Community empört über Korruption
Trump und Infantino: Community empört über Korruption

Die Aufhebung der Rotsperre für US-Stürmer Folarin Balogun nach einem Telefonat von Präsident Donald Trump mit Fifa-Chef Gianni Infantino hat weltweit für Empörung gesorgt. In der Tagesspiegel-Community löste der Vorgang eine Welle der Kritik aus – gepaart mit Schadenfreude, nachdem die USA im Achtelfinale gegen Belgien mit 1:4 verloren und ausschieden.

Ein beispielloser Vorgang in der WM-Geschichte

Die UEFA bezeichnete das Eingreifen Trumps als „beispiellosen Vorgang in der WM-Geschichte“. Der US-Präsident hatte Infantino persönlich angerufen und um eine Überprüfung der Roten Karte gebeten, die Balogun im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina erhalten hatte. Der Weltverband gab nach und hob die automatische Spielsperre auf. Die UEFA sprach von einer „roten Linie, die überschritten wurde“. Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp nannte den Vorgang „verrückt“, Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter fragte öffentlich: „Quo vadis, Fifa?“

Trumps Kalkül ging nicht auf

Obwohl Trump die Entscheidung auf Truth Social euphorisch feierte, blieb der sportliche Erfolg aus. Balogun, dem der Präsident per Telefonat den Weg auf den Platz freigeräumt hatte, blieb ohne Tor. Nach dem Abpfiff schwieg Trump. Das Ergebnis löste in der Community erwartungsgemäß viel Schadenfreude aus, aber auch ernsthafte Empörung über die Bedeutung dieses Vorgangs für den Fußball.

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Tagesspiegel-Nutzer Tizian schrieb: „Das ist so unverhohlen offene Korruption, dass ich anfange, Sepp Blatter zu vermissen.“ Nutzer Heiko61 kommentierte: „Das belgische Team gab die einzig richtige Antwort auf Trump und Infantino. Eine überzeugende, eine sportliche!“

Doppelmoral und grundsätzliche Fragen

Nutzer VoSch wies auf die Ironie hin, dass ausgerechnet Balogun, dessen Mutter 2001 nur zu Besuch in Brooklyn war, seine Staatsbürgerschaft dem Geburtsortsprinzip verdankt – das Trump abschaffen will. „Dass Trump nun persönlich Druck macht, um Baloguns Rotsperre aufzuheben, zeigt die ganze Doppelmoral dieser Politik: Populismus schlägt Prinzipien, sobald es dem sportlichen Ruhm dient.“

Feinherb kritisierte Trumps offenen Regelbruch: „Trump agiert, als gäbe es keine Regeln. Er tut das völlig offen. Weil er der Präsident der (noch) mächtigsten Nation ist.“ Broeckelhaus widersprach: „Die Präsidenten vor ihm haben ähnlich gehandelt. Ohne diese in Schutz nehmen zu wollen, aber auf die gleiche Stufe zu stellen, kann ich nicht nachvollziehen. Trump agiert offen gegen die Gerichte, er macht auch mehr als Wahlkampf, wenn er die Demokraten als kommunistische Gefahr deklariert und passend dazu lässt er DOJ gegen politische Gegner ermitteln und beschwert sich, wenn da nichts bei raus kommt.“

Schadenfreude und Solidarität mit Belgien

Viele Nutzer äußerten ihre Freude über das Ergebnis. Tizian2011 schrieb: „Wenn das belgische Team nicht schon motiviert war, diese von Trump herbeigeführte Entscheidung hatte es spätestens geschafft. Danke Belgien! Sportlich wird man diese US-Mannschaft in den Geschichtsbüchern nicht wahrnehmen, nur diese Trump-Infantino-Einlage wird bleiben.“ Changyai kommentierte: „NIE HATTE BELGIEN EINEN GRÖSSEREN FANCLUB! :-)“

Rumpelrumpel betonte: „Die ganze Welt drückt jetzt den Belgiern die Daumen und hofft auf eine Abreibung für die USA, obwohl die USA-Spieler nichts falsch gemacht haben, nur im ‚falschen‘ Land geboren wurden. Genauso wie die russischen, israelischen, iranischen... (bitte selbst ergänzen) Sportler, die zum Spielball der Politik werden. Eigentlich sollte der Sport auch außerhalb der Olympischen Spiele helfen, Gräben zu überwinden und Menschen als solche sichtbar zu machen und nicht als Feinde. Die Abscheu sollte der korrupten FIFA gelten, nicht den Sportlern.“

Forderungen nach Konsequenzen

Nutzer Stachel.v.tagesspiegel forderte: „Trumps Kapriolen kennt man ja nun schon, er wird das alles wieder schönreden und jegliche Schuld von sich weisen. Wer aber der größte Verlierer sein wird, das ist Infantino, er weiß es nur noch nicht. Dieser Fall muss nach der WM von der FIFA aufgearbeitet werden. Wenn man wirklich irreparablen Schaden abwenden will, dann kann eigentlich nur eine Konsequenz folgen: Infantino muss zurücktreten.“

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Ein satirischer Beitrag von Jarvis persiflierte die Situation: „Nachdem US-Präsident Trump von Fifa-Präsident Infantino im Anschluss an das Achtelfinalspiel USA-Belgien, welches aus Sicht des Gastgebers mit 1:4 endete, telefonisch darüber informiert wurde, dass sich keine vier Tore für Team USA mehr finden lassen, wurde auf bilateraler Ebene durch beide Präsidenten übereinstimmend festgehalten, dass US-Präsident Trump durch als Balljungen verkleidete Antifa-Aktivisten am Spielfeldrand um den Turniersieg betrogen wurde...um zu verhindern, dass der Kommunismus den Weltfußball übernimmt, kamen beide Präsidenten überein, dass das Spiel USA-Belgien so lange wiederholt wird, bis Belgien freiwillig ausscheidet. Infantino begründete diese Entscheidung wie folgt: Auf dieser freiwilligen Basis ließe sich ein gerechtes Ergebnis erzielen, ohne die belgische Mannschaft nach der zehnten Spielansetzung wegen abgelaufener Visa durch die US-Regierungsbehörde ICE deportieren lassen zu müssen.“

Auswirkungen auf den Fußball

Die Community diskutierte auch die grundsätzlichen Folgen für den Fußball. Bonden meinte: „Nein - das gönne ich diesen Trumps und Infantinos dieser Welt nicht, dass sie mir meinen Spaß am Fußball kaputt machen. Ich habe bei dieser WM schon einige sehr tolle Spiele gesehen und bin mir sicher, dass da noch ein paar dazu kommen. Lediglich auf Spiele der USA werde ich verzichten - da kann man sich vermutlich nicht auf das verlassen, was man sieht; das Ergebnis steht erst viel später fest.“

Pennsjonehr sah einen positiven Aspekt: „Das war ein äußerst smarter Move der deutschen Nationalmannschaft: Passiver Boykott der WM durch das Ausscheiden gegen Paraguay.“ Ber forderte scherzhaft: „Ich fordere, dass unser Bundeskanzler heute mit Infantino telefoniert und Deutschland zurück ins Turnier holt. Am besten direkt ins Viertelfinale.“ Avanti5719 gestand: „Eigentlich interessiert mich die WM genauso brennend wie die Gummitwist-Meisterschaft. Aber über diesen Sieg (oder um ehrlich zu sein: diese Niederlage) habe ich mich doch riesig gefreut.“