Dritte Ministerin verlässt Trump-Kabinett innerhalb von sieben Wochen
Washington – Das Kabinett von US-Präsident Donald Trump (79) verliert erneut eine weibliche Führungskraft. Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer (58) wird ihren Posten aufgeben und in den Privatsektor wechseln, wie der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Steven Cheung, offiziell mitteilte. Dieser Schritt erfolgt nach nur sieben Wochen im Amt und markiert bereits den dritten Rücktritt einer Ministerin in diesem kurzen Zeitraum.
Schwere Vorwürfe belasten die Ministerin
Hinter dem überraschenden Abgang stehen laut Medienberichten schwerwiegende Anschuldigungen, die Chavez-DeRemer massiv unter Druck setzten. Ein Bericht der New York Times vom vergangenen Mittwoch enthüllte, dass der Generalinspekteur des Arbeitsministeriums Material prüft, das auf unangemessene Kommunikation hindeutet. Demnach sollen die Ministerin, ihre Mitarbeiter und Familienmitglieder regelmäßig persönliche Nachrichten an junge Angestellte gerichtet haben.
Besonders brisant: Laut den Ermittlungen tauschten ihr Ehemann und ihr Vater Textnachrichten mit jungen Mitarbeiterinnen aus. Diese Vorfälle werfen Fragen über professionelle Grenzen und das Arbeitsklima im Ministerium auf.
Alkohol und Affärenvorwürfe am Arbeitsplatz
Bereits im Januar hatte die New York Post über eine beim Inspekteur eingereichte Beschwerde berichtet, die Chavez-DeRemer eine romantische Beziehung zu einem Mitarbeiter vorwirft. Zusätzlich soll die Ministerin während der Arbeitszeit Alkohol konsumiert haben und ihre Mitarbeiter angewiesen haben, offizielle Dienstreisen primär aus privaten Gründen zu planen.
Die Vorwürfe beschränken sich nicht nur auf die Ministerin selbst. Medienberichten zufolge wurde ihr Ehemann nach Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Beschäftigten aus dem Ministerium ausgeschlossen. Chavez-DeRemer hat alle diese Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen.
Feindliches Arbeitsumfeld im Ministerium
US-Medien berichten zudem, dass Aufsichtsbehörden Beschwerden über ein problematisches Arbeitsklima im Arbeitsministerium untersuchen. Drei Mitarbeiterinnen haben ein „feindliches Arbeitsumfeld“ mit Vergeltungsmaßnahmen geschildert, das offenbar systematische Probleme innerhalb der Behörde aufzeigt.
Diese Entwicklung folgt auf zwei weitere hochkarätige Abgänge aus dem Trump-Kabinett. Anfang März wurde die umstrittene Heimatschutzministerin Kristi Noem (54) entlassen, Anfang April musste die wegen der Epstein-Affäre in die Kritik geratene Justizministerin Pam Bondi (60) gehen. Damit ist Chavez-DeRemer die dritte Frau, die innerhalb von weniger als sieben Wochen das Kabinett verlassen muss – ein bemerkenswerter Trend in der aktuellen US-Regierung.
Die genauen Umstände ihres Wechsels in den Privatsektor bleiben vorerst unklar. Beobachter spekulieren jedoch, dass die anhaltenden Untersuchungen und Medienberichte den Druck auf die Ministerin unerträglich gemacht haben könnten. Das Arbeitsministerium steht nun vor der Herausforderung, die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen und ein professionelles Arbeitsumfeld für seine Angestellten zu gewährleisten.



