Nato-Gipfel in Ankara: Trump-Laune entscheidet über Europas Sicherheit
Trump-Laune entscheidet über Nato-Gipfel in Ankara

Die Laune von US-Präsident Donald Trump entscheidet heute in Ankara über die Zukunft des transatlantischen Verteidigungsbündnisses. Beim Nato-Gipfel steht vor allem eine Aufgabe im Vordergrund: Trump bei guter Stimmung zu halten. So trivial kann Weltpolitik sein, wie SPIEGEL-Korrespondentin Marina Kormbaki aus Ankara berichtet.

Trump fordert Grönland und attackiert Europäer

Trump wurde in der Türkei mit Paraden, Polizeipferden und Pomp empfangen – alles, wofür er empfänglich ist. Dennoch zeigte er sich nach seiner Ankunft grantig. Er forderte Grönland von den Europäern, beschimpfte Italien, Frankreich und Deutschland, ihn im Irankrieg allein gelassen zu haben, und beklagte mangelnde Unterstützung der Bündnispartner. Dabei tun die Europäer derzeit alles, um Trump milde zu stimmen: Sie rüsten auf und investieren Milliarden in neue Rüstungsprojekte. Die Frage ist, ob das reicht, um die USA wieder zu einem verlässlichen Partner zu machen.

Kurzer Gipfel, große Spannungen

In Ankara kommen die Staats- und Regierungschefs heute zum Familienfoto zusammen, gefolgt von einer offiziellen Arbeitssitzung. „Die ist mit nicht einmal drei Stunden knapp gehalten, Trump zuliebe, der langweilt sich ja schnell“, so Kormbaki. Die Europäer möchten mit Trump über die Ukraine sprechen und ihn dazu bringen, den Druck auf Russland zu erhöhen. Trump hingegen dürfte vor allem an Rüstungsgeschäften interessiert sein. „Die Hoffnung vieler hier in Ankara ist, dass Trump heute bessere Laune hat als gestern nach seiner Ankunft, als er sogleich gegen sämtliche Europäer austeilte“, sagt Kormbaki. „Sollte Trump aber auch heute auf Krawall aus sein, könnte der Gipfel im Debakel enden.“

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Krankmeldungen: Debatte um Bettkantenentscheidungen

In Deutschland sorgt derweil eine andere Debatte für Wirbel: die Frage, ob zu viel krankgefeiert wird. Unionsfraktionschef Jens Spahn hatte von sogenannten „Bettkantenentscheidungen“ gesprochen – Situationen, in denen Arbeitnehmer montags oder freitags überlegen, ob sie sich krankmelden. Die Koalition hat damit ihren Reformaufschlag bei Rente, Steuern und Kündigungsschutz von einer unsinnigen Debatte überlagern lassen. Zahlen der Krankenkassen zeigen jedoch, dass nicht kurze Fehlzeiten das Problem sind, sondern lange und schwere Erkrankungen. Die geplante Attestpflicht ab dem ersten Tag würde daran wenig ändern.

Gesundheitssparpaket: Druck auf Langzeiterkrankte

Der Bundestag will am Freitag das Gesundheitssparpaket verabschieden. Versteckt darin ist eine Reform, die Langzeiterkrankungen angeht – allerdings auf wenig subtile Weise. Kassen können künftig mehr Druck auf Menschen ausüben, die besonders lange arbeitsunfähig sind und Krankengeld beziehen. Verbraucherschützerinnen sind empört. „Ich bezweifle, dass diese Methoden geeignet sind, Simulanten von Kranken zu unterscheiden“, zitiert der SPIEGEL eine Expertin.

WM-Ruhetag: Die besten TV-Experten

Fußballfans müssen heute tapfer sein: Es ist Ruhetag bei der WM. Kein einziges Duell – Zeit, sich mit den TV-Experten zu beschäftigen. Das SPIEGEL-Sportressort hat eine Top-Elf der Experten erstellt, darunter Bastian Schweinsteiger, Friederike Kromp und Jürgen Klopp. Die Rangliste zeigt, wer am Ende an Nummer eins steht.

Bahn: Schnellere Informationen, aber nicht pünktlicher

Gewinner des Tages sollen die Fahrgäste der Deutschen Bahn sein. Sie erfahren heute, dass sie künftig schneller und transparenter über Verspätungen und Gleiswechsel informiert werden. Pünktlicher werden die Verbindungen allerdings nicht. Die Sanierung der maroden Infrastruktur wird noch rund zehn Jahre dauern. Die Pünktlichkeitsquote lag im Juni nur knapp über dem historischen Tiefstand.

Nachtmeldungen: USA attackieren Iran, Deutschland meldet Rekordverteidigungsausgaben

In der Nacht attackierten die USA mehr als 80 Ziele im Iran – Teheran droht mit „vernichtender Reaktion“. Washington macht das Regime für Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus verantwortlich. Deutschland meldet derweil Rekordverteidigungsausgaben: Fast 125 Milliarden Euro für 2026, ein deutlicher Anstieg. Fünf andere Nato-Staaten erreichen die vereinbarte Zielmarke jedoch nicht.

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