Trump fordert Rauswurf von Jimmy Kimmel nach umstrittenem Witz über Melania
Nach einer scherzhaften Bemerkung über First Lady Melania Trump hat US-Präsident Donald Trump die sofortige Entlassung von Moderator und Comedian Jimmy Kimmel gefordert. Wegen seines „verabscheuungswürdigen Aufrufs zur Gewalt“ müsse Kimmel „sofort von Disney und ABC gefeuert werden“, schrieb Trump am Montag auf seinem Onlinedienst Truth Social. Der Moderator hatte der Frau des Präsidenten in seiner Show am vergangenen Donnerstag das Strahlen einer „werdenden Witwe“ bescheinigt und sich über Donald Trumps Alter und Gesundheitszustand lustig gemacht.
Verbindung zu Schusswaffenvorfall
Kimmel hatte die Bemerkung zwei Tage vor dem Schusswaffenvorfall am Rande des Korrespondenten-Dinners mit Trump in Washington, D.C. am Samstagabend gemacht. Es ist wahrscheinlich, dass die Trumps in der Außenwahrnehmung eine Verbindung zwischen dem versuchten Angriff und der Aussage Kimmels herstellen wollen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, zog am Montag direkte Parallelen zwischen Kimmels Parodie und der mutmaßlichen Motivation des Angreifers: „Diese Rhetorik über den Präsidenten, die First Lady und ihre Unterstützer ist völlig verrückt.“
Hintergrund des Vorfalls
Bei dem Vorfall während der Gala in der US-Hauptstadt hatte ein bewaffneter Mann versucht, eine Sicherheitskontrolle ein Stockwerk über dem Eingang zu dem Veranstaltungssaal zu überwinden. Bei seiner Festnahme fielen mehrere Schüsse. Ein Gericht warf dem Verdächtigen am Montag versuchten Mord am US-Präsidenten vor.
Kimmels Parodie und Melanias Reaktion
Kimmel hatte in seiner Sendung am Donnerstag die Rolle des Gastgebers beim damals noch bevorstehenden Korrespondenten-Dinner parodiert, bei dem üblicherweise viel gescherzt wird. Dabei wandte er sich an die imaginär im Publikum sitzende Präsidentengattin und sagte: „Mrs. Trump, Sie strahlen wie eine werdende Witwe.“ Wenige Stunden vor dem Präsidenten hatte am Montag bereits Melania Trump selbst Kimmel scharf kritisiert. Dessen Worte seien „zersetzend und verschlechtern das kranke politische Klima in den USA“, schrieb die 56-Jährige auf X. Auch sie forderte eine Reaktion des Senders ABC und des Mutterkonzerns Disney.
Langanhaltende Fehde mit Trump
Der prominente Late-Night-Moderator kann bereits auf eine lang andauernde Privatfehde mit Donald Trump zurückblicken. Im September hatte ABC Kimmels Show auf Betreiben der Trump-Regierung vorübergehend abgesetzt. Zuvor hatte der Moderator Trumps MAGA-Bewegung vorgeworfen, sich die Ermordung des ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk politisch zunutze zu machen. Nach heftiger Kritik an der Absetzung vollzog der ABC-Mutterkonzern Disney schließlich eine Kehrtwende und nahm Kimmels Show wieder ins Programm.
Trumps eigene kontroverse Aussagen
Donald Trumps Empörung bekommt einen gewissen Beigeschmack mit Blick auf dessen eigene Aussagen über Verstorbene. So hatte er den Tod des ehemaligen FBI-Chefs Robert Mueller im März mit den Worten kommentiert: „Gut, ich bin froh, dass er tot ist. Er kann unschuldigen Menschen keinen Schaden mehr zufügen.“ Auch über den mutmaßlich von seinem eigenen Sohn ermordeten Regisseur Rob Reiner hatte sich Trump ausgelassen. Dem Filmemacher attestierte der US-Präsident posthum öffentlich eine „geistige Behinderung namens Trump-Verwirrungs-Syndrom“. Für diese Aussage – ebenso wie für seine Mueller-Einlassung – war Trump sogar aus den eigenen Reihen kritisiert worden.



