Trump und Putin: Wie die Ölkrise die russische Kriegskasse füllt
Im August 2025 schütteln sich US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin nach ihrem Treffen zu Ukraine-Verhandlungen in Anchorage die Hände. Doch während die Diplomatie läuft, entwickelt sich eine wirtschaftliche Dynamik, die dem Kreml unerwartete Milliardengewinne beschert.
Ölpreisschock durch Iran-Konflikt
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar sitzen 150 Tanker im Persischen Golf wegen der Blockade der Straße von Hormus fest. Der Ölpreis liegt bei 100 Dollar pro Barrel und sorgt für einen Preisschock an den Zapfsäulen von Berlin bis Miami. Für Putins Kriegskasse bedeutet dies jedoch Milliardengewinne.
Mehreinnahmen sprudeln gleich aus mehreren Quellen:
- Deutlich höhere Erlöse durch russisches Öl: Vor dem Irankrieg kostete das russische Ural-Öl pro Barrel 57 Dollar, jetzt liegt der Preis fast doppelt so hoch.
- US-Ausnahmeregelung: Die USA haben wegen der globalen Ölkrise mit einer 30-tägigen Ausnahmeregel den Verkauf von bereits verschifftem, bisher sanktioniertem Öl erlaubt.
Milliardenschwere Konsequenzen
Energieexpertin Usha Haley von der Wichita State University erklärt: "Allein in den ersten Kriegswochen flossen Milliarden in die russische Staatskasse." Das Institut „Centre for Research on Energy and Clean Air“ (CREA) berechnete für zwei Wochen rund sieben Milliarden Dollar Mehreinnahmen für Moskau.
Hinzu kommt das „Geschenk“ von Trump: Bis zu 130 Millionen Barrel waren laut dem Tracker-Dienst „Kpler“ zuletzt unterwegs, viele Tanker gehören zu einer Schattenflotte. Der nun freie Verkauf pumpt weitere Milliarden in die Kreml-Kasse.
Experten warnen vor langfristigen Folgen
Expertin Haley hält Russland kurzfristig sogar für den "größten einzelnen indirekten Gewinner des Irankrieges". Sie warnt zudem vor einem indirekten Effekt: Selbst begrenzte Lockerungen signalisierten den Märkten, "dass Sanktionen flexibel sind – das könnte Käufer ermutigen, wieder stärker mit Russland zu handeln".
Für Kreml-Herrscher Putin könnte der Zeitpunkt für die Zusatz-Milliarden kaum besser sein: Laut News-Seite „Meduza“ hatte das russische Haushaltsdefizit im Januar und Februar 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht, nachdem Öl- und Gaseinnahmen 47 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Jetzt jedoch könnte der neue Ölboom rund fünf Milliarden Dollar pro Monat einbringen.
Putins Haushaltskasse scheint vorerst gerettet – und damit auch die Finanzierung des seit vier Jahren andauernden Ukraine-Kriegs. Die Sorge wächst, dass aus der 30-Tage-Ausnahme eine deutlich längere Lockerung wird und die Sanktionspolitik nachhaltig untergraben wird.



