Trump drängt auf weniger Angriffe im Libanon: Bald direkte Verhandlungen zwischen Israel und Libanon?
Trump drängt auf weniger Angriffe: Bald Israel-Libanon-Verhandlungen?

Trump interveniert: Weniger Angriffe auf Libanon – direkte Verhandlungen in Sicht?

Die eskalierenden israelischen Angriffe auf den Libanon haben die fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ernsthaft gefährdet. Nun hat US-Präsident Donald Trump offenbar persönlich eingegriffen und Druck auf den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu ausgeübt, um die militärischen Aktionen zu reduzieren.

Trumps Intervention und Netanjahus widersprüchliche Signale

In einem Telefoninterview mit dem US-Sender NBC bestätigte Trump, dass er mit Netanjahu gesprochen habe und dieser eine Reduzierung der Attacken zugesagt habe. Diese Darstellung wurde von israelischer Seite jedoch nicht offiziell bestätigt. Stattdessen betonte Netanjahu in einer späteren Stellungnahme, Israel werde die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz weiterhin mit aller Härte bekämpfen, bis Sicherheit für die Bevölkerung Nordisraels gewährleistet sei.

Am Abend kündigte Netanjahu jedoch überraschend direkte Verhandlungen mit dem nördlichen Nachbarland an, die israelischen Medienberichten zufolge bereits Anfang der kommenden Woche beginnen könnten. „Es gibt keine Waffenruhe im Libanon“, stellte der israelische Premierminister gleichzeitig klar und unterstrich damit die widersprüchliche Lage.

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Verheerende humanitäre Lage mit über 300 Toten

Die militärische Eskalation hat im Libanon zu einer verheerenden humanitären Situation geführt. Am Mittwoch bombardierte Israel trotz einer Feuerpause im Iran-Krieg zahlreiche Hisbollah-Ziele, auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei mehr als 300 Menschen getötet – eine erschütternde Bilanz für einen einzigen Tag. Die gegenseitigen Angriffe setzten sich auch am Donnerstag fort.

Die Hisbollah hatte ihre Angriffe auf Israel nach Beginn des Iran-Krieges vor mehr als fünf Wochen wieder aufgenommen und damit erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 wieder Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Libanon.

Verhandlungsvorbereitungen und internationale Reaktionen

Laut einer Mitteilung aus Netanjahus Büro hat der Regierungschef das Kabinett angewiesen, die Gespräche mit dem Libanon „so bald wie möglich“ zu beginnen. Die Verhandlungen sollen sich auf zwei zentrale Punkte konzentrieren:

  1. Die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz
  2. Die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon

In einer Videobotschaft erklärte Netanjahu, Ziel sei „ein historisches, dauerhaftes Friedensabkommen zwischen Israel und dem Libanon“. Aus libanesischen Regierungskreisen hieß es jedoch, mögliche Verhandlungen sollten nur unter den Bedingungen einer Waffenruhe stattfinden.

Das Auswärtige Amt in Berlin begrüßte Netanjahus Ankündigung: „Die Direktgespräche können ein wichtiger erster Schritt sein hin zu einer gemeinsamen Zukunft als Nachbarn, in der Israels legitime Sicherheitsinteressen und Libanons Recht auf territoriale Integrität und Souveränität gleichermaßen Rechnung getragen werden kann“, teilte eine Sprecherin mit.

„Pakistan-Modell“ und Hisbollah-Kritik

Für die erwarteten Gespräche wurde aus libanesischen Regierungskreisen ein „Pakistan-Modell“ vorgeschlagen, das an das Vorgehen bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA angelehnt ist. Dieses Modell sieht eine zweiwöchige Feuerpause vor, wobei Gespräche 72 Stunden nach Inkrafttreten beginnen sollen.

Die libanesische Delegation soll laut Angaben von dem Ex-Botschafter in den USA, Simon Karam, geleitet werden und auch einen schiitischen Vertreter umfassen – eine wichtige Komponente, da die schiitische Hisbollah derzeit die aktive Kriegspartei ist.

Die Hisbollah selbst äußerte sich kritisch zu den Verhandlungsplänen. Der libanesische Abgeordnete Ali Fajad forderte die Regierung auf, auf eine Waffenruhe als Voraussetzung zu bestehen. Hisbollah-Chef Naim Kassim hatte zuletzt erklärt, Gespräche unter andauerndem Beschuss kämen einer Kapitulation gleich und würden den Libanon seiner Handlungsfähigkeit berauben.

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Die kommenden Tage werden zeigen, ob die von Trump angestoßene diplomatische Initiative trotz der anhaltenden militärischen Spannungen Früchte tragen kann oder ob die Gegensätze zwischen den Konfliktparteien zu tiefgreifend sind für eine friedliche Lösung.