Kurz vor dem geplanten Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington hat US-Präsident Donald Trump seine Attacken auf europäische Verbündete verschärft. Die USA hätten über Jahrzehnte enorme finanzielle Mittel für den Schutz Europas aufgewendet, betonte Trump im Weißen Haus. Als Washington jedoch im Konflikt mit dem Iran auf Unterstützung angewiesen war, seien wichtige Partner nicht zur Stelle gewesen.
Trump nennt Großbritannien, Deutschland und Italien
„Wir haben sie gebeten zu kommen, und sie waren nicht für uns da“, sagte Trump mit Blick auf Großbritannien, Deutschland und Italien. Konkrete Details ließ er offen. Bereits zuvor hatten US-Regierungsvertreter Nato-Verbündete mehrfach kritisiert, die USA im Kampf gegen den Iran nicht ausreichend unterstützt zu haben.
Indirekte Infragestellung der US-Sicherheitsgarantien
Trump stellte nun auch die amerikanischen Sicherheitsgarantien für Europa indirekt infrage. Die USA gäben Hunderte Millionen Dollar aus, um europäische Staaten vor Russland zu schützen, erklärte er. Wenn Verbündete den Vereinigten Staaten in vergleichsweise kleinen Angelegenheiten nicht helfen wollten, könne Washington künftig ebenfalls Nein sagen.
Rutte-Besuch in Washington
Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird von Dienstag bis Donnerstag in Washington erwartet. Geplant ist unter anderem ein Treffen mit Trump im Weißen Haus sowie Gespräche mit anderen ranghohen Regierungsvertretern. Die jüngsten Äußerungen Trumps dürften die Gespräche belasten und die Frage nach der Verlässlichkeit der US-Sicherheitsgarantien für Europa aufwerfen.



