Supreme Court stoppt Stickstoff-Hinrichtung in Alabama in letzter Minute
Supreme Court stoppt Hinrichtung per Stickstoff in Alabama

In letzter Minute hat der Oberste Gerichtshof der USA die geplante Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Mannes im Bundesstaat Alabama gestoppt. Der 49-Jährige sollte am Donnerstag mit der umstrittenen Methode der Stickstoff-Inhalation hingerichtet werden. Doch der Supreme Court in Washington entschied, dass das Todesurteil nicht vollstreckt werden darf.

Die Entscheidung fiel nicht einstimmig: Drei der neun Richter waren abweichender Meinung. Ein solcher juristischer Schritt in letzter Minute kommt selten vor. Der Mann war wegen des Mordes an zwei Menschen bei einem Raubüberfall im Jahr 1998 zum Tode verurteilt worden.

Verfassungswidrig grausam?

Ein US-Bundesrichter hatte bereits am Dienstag die Anwendung von Stickstoff zur Vollstreckung des Todesurteils untersagt und die Methode als verfassungswidrig grausam eingestuft. Alabama legte daraufhin beim Obersten Gerichtshof per Eilantrag Berufung ein, die nun abgelehnt wurde.

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Experten der Vereinten Nationen haben die Hinrichtung per Stickstoff-Inhalation in der Vergangenheit als Form von Folter kritisiert. Die Methode gilt als experimentell und wurde erstmals im Januar 2024 in Alabama angewandt.

Todesstrafe in den USA

In diesem Jahr wurden in den Vereinigten Staaten bislang 15 Todesurteile vollstreckt – acht in Florida, vier in Texas, zwei in Oklahoma und eine in Arizona. Im vergangenen Jahr waren 47 Menschen hingerichtet worden, die höchste Zahl seit 2009.

Die in vielen Ländern geächtete Todesstrafe ist in 23 der 50 US-Bundesstaaten abgeschafft. In drei weiteren gilt ein Moratorium. US-Präsident Donald Trump ist ein Befürworter der Todesstrafe. Das Justizministerium erklärte im April, die Todesstrafe für Schwerverbrecher auf Bundesebene ausweiten zu wollen. Dabei sollen als neue Hinrichtungsmethoden unter anderem Erschießungskommandos eingesetzt werden.

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